2.800 Euro pro Kopf. So viel zahlt jeder Erwerbstätige in Österreich 2029 allein an Zinsen für die Staatsschulden. Insgesamt wird der Staat 2029 12,6 Milliarden Euro an Zinsen zahlen.
Jahrelang hat die EZB mit ihrer Nullzinspolitik Banken quasi zinsfrei mit Geld versorgt. Daraus folgten günstige Kredite an die Häuslbauer, Unternehmen und eben auch an den Staat. Wer sich damals verschuldete, zahlte wenig dafür. 2022 zahlte Österreich deshalb nur 4,3 Milliarden Euro Zinsen, so wenig wie nie zuvor. Im Zuge der Hochinflations-Phase 2022 schlug die EZB einen harten Kurswechsel ein, um die hohen Preise zu bekämpfen. Seither wurde jeder Kredit teurer, auch für den Staat. Schon 2025 zahlt Österreich deswegen wieder 8,3 Milliarden Euro Zinsen, bis 2029 werden es, laut einer Prognose des Fiskalrats, sogar 12,6 Milliarden sein. Zinsen sind die gesellschaftlich nutzloseste Ausgabe im Budget. Denn ihnen steht keine Investition gegenüber. Sie finanzieren nur die Ausgaben der Vergangenheit und schränken jedes Jahr ein, was für alles andere im Budget übrig bleibt. Eine Neuverschuldung, die den Schuldenberg noch höher wachsen lässt, sehen wir nicht als den richtigen Lösungsweg. Wir fordern Reformen auf der staatlichen Ausgabenseite: eine Ausgabenbremse mit Verfassungsrang, ein an die Lebenserwartung gekoppeltes Pensionsantrittsalter und einen Kahlschlag im Förderwesen. Sonst wachsen uns die Zinsen über den Kopf.
Quellen: Eurostat, Fiskalrat, Agenda Austria.
Dargestellt sind die Zinszahlungen (D.41) des Sektors Staat in Österreich in Milliarden Euro von 1995 bis 2029. Die eingezeichnete Markierung bei 2022 kennzeichnet den Beginn der Zinswende der Europäischen Zentralbank zur Einordnung und ist keine Änderung der Datengrundlage. Die Werte ab 2026 sind Prognosewerte auf Basis der FISK-Herbstprognose 2025 des Fiskalrats.
Die Grafik zeigt die Zinsausgaben des österreichischen Staates in Milliarden Euro von 1995 bis 2029 als Liniendiagramm. Die Zinsausgaben starten 1995 bei 7,4 Milliarden Euro, schwanken in den folgenden Jahren zwischen rund 7 und 9 Milliarden Euro und erreichen um das Jahr 2009 einen zwischenzeitlichen Höchstwert von rund 9 Milliarden Euro. Ab etwa 2013 sinken die Zinsausgaben kontinuierlich und erreichen 2022 mit 4,3 Milliarden Euro ihren tiefsten Wert im dargestellten Zeitraum; dieser Punkt ist als Zinswende der Europäischen Zentralbank markiert. Danach steigen die Zinsausgaben wieder deutlich an, auf 8,3 Milliarden Euro im Jahr 2025. Ab 2026 handelt es sich um Prognosewerte, dargestellt als gestrichelte Linie; ihnen zufolge steigen die Zinsausgaben bis 2029 weiter auf 12,6 Milliarden Euro.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Die alte Bildungskarenz wurde dafür nicht repariert. Sie wurde eingestellt, ein neues Modell kam an ihre Stelle.
Entwicklung der Sozialausgaben, in Prozent des BIP
Die Sozialquote ist zur Hälfte eine Pensionsquote.
Sozialleistungsausgaben, in Prozent des BIP
Jeder dritte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, fließt mittlerweile in Sozialleistungsausgaben.
Auszahlungen des Bundes in Prozent der Einnahmen
Der deutsche Kanzlerwechsel weckte speziell in Österreich die Hoffnung, dass Europas Konjunkturmotor bald wieder anspringt. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beschwor die Chance der deutschen Investitionen für die heimische Wirtschaft. Vom erhofften Wachstum ist derweilen wenig zu sehen.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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