Trotz Rekordanteil an erneuerbarer Energie zahlt Österreich mit die höchsten Strompreise in Europa.
Obwohl Österreich über 90 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen bezieht, gehören die Strompreise für Haushalte und Industrie zu den höchsten in Europa. Ende 2025 zahlten heimische Haushalte über 30 Cent pro Kilowattstunde und damit deutlich mehr als im EU-Schnitt. Auch für die Industrie liegt der Preis knapp zwei Cent pro Kilowattstunde über dem Schnitt der europäischen Konkurrenz. Da der Gaspreis im Rahmen der Merit Order den Strompreis weiterhin maßgeblich bestimmt, bleibt das Preisniveau hoch. Das belastet die Haushalte und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Quelle: Eurostat. Dargestellt sind die Strompreise in Euro pro Kilowattstunde als Halbjahreswerte bis zum 2. Halbjahr 2025, jeweils für Haushalte und Industrie in Österreich und im EU-Durchschnitt. Die Preise enthalten Gebühren und Steuern. Für die Industrie wird die Verbrauchsgruppe IF (70.000 bis 149.999 MWh pro Jahr) gezeigt, für Haushalte die Verbrauchsgruppe DC (2.500 bis 4.999 kWh pro Jahr).
Das Liniendiagramm zeigt die Strompreise in Euro pro Kilowattstunde von rund 2008 bis zum 2. Halbjahr 2025 in vier Reihen. Die Haushaltspreise in Österreich steigen von etwa 0,18 auf zuletzt rund 0,33 Euro und liegen am Ende über dem EU-Schnitt (Haushalte EU: rund 0,29 Euro), den sie im vorletzten Abschnitt noch unterschritten hatten. Die Industriepreise in Österreich starten bei rund 0,10 Euro, erreichen um 2022/23 ihren Höchstwert von etwa 0,24 Euro und gehen anschließend auf rund 0,17 Euro zurück. Die Industriepreise im EU-Schnitt verlaufen ähnlich und liegen zuletzt bei rund 0,145 Euro.
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