In kaum einem anderen Industrieland der Welt steht ein so großer Teil der Wirtschaft unter staatlicher Kontrolle wie in Österreich.
Ein gutes Fünftel der Marktkapitalisierung gehört der öffentlichen Hand, wie unsere Auswertung zeigt. Es ist der lange Schatten der Verstaatlichten. Was davon übrig ist, ist heute in der Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG) geparkt. Ihr Portfolio ist knapp 30 Milliarden Euro wert.
Freilich wurde in den 1990er- und 2000er-Jahren viel privatisiert. Das geschah in den 1990er-Jahren aus purer Not heraus; die Unternehmen waren schlicht am Ende. In den 2000er-Jahren, um die Verstaatlichtenholding zu entschulden. Heute ist das anders. Die ÖBAG wirft gute Dividenden ab. Trotzdem gibt es gute Gründe, das Ganze zu überdenken. „Das Portfolio der ÖBAG ist historisch gewachsen und aus heutiger Sicht purer Zufall. Außerdem ist der Fokus auf Österreich extrem. Niemand würde sein eigenes Geld so veranlagen“, meint Ökonom Jan Kluge. Außerdem dürfen die ÖBAG-Dividenden nicht länger für Budgetkosmetik oder Wählerfang verpulvert werden. Das Vermögen könnte besser eingesetzt werden. Wir sollten es nach norwegischem Vorbild international veranlagen und die Erträge zur Finanzierung einer Reform der Pflege oder des Pensionssystems nutzen.
In unserem aktuellen Policy Brief mit dem Titel „Alles muss raus! Österreich entdeckt die Privatisierung.“ haben die Ökonomen Jan Kluge und Dénes Kucsera den Sonderfall Österreich ausführlich analysiert.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Die österreichische Staatsquote ist traditionell sogar noch höher als die argentinische.
Argentinien spart, Österreich tut nur so.
In keinem anderen EU-Land diesseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs gehört ein so hoher Anteil der Wirtschaft der öffentlichen Hand wie in Österreich.
Österreich und Argentinien liegen bei der Staatsschuldenquote gleichauf.
Seit 2023 wurden über 15.000 Artikel des argentinischen Rechts geändert oder gestrichen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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