Seit vielen Jahren wird über grundlegende Reformen des Pensionssystems diskutiert. Passiert ist bislang wenig. Und wenn, dann das Falsche. Immer wieder kommt es aus wahltaktischen Gründen zu neuen Geschenken im Pensionsbereich, wodurch die finanzielle Schieflage verschärft wird.
Anders sieht es im europäischen Ausland aus, dort werden Pensionssysteme an die steigende Lebenserwartung angepasst. Wer derzeit zum gesetzlichen Antrittsalter in Pension geht, verbringt knapp 21,4 Jahre im Ruhestand. Das entspricht 32,2 Prozent seiner Lebenszeit im Erwachsenenalter. Personen, die heute in den Arbeitsmarkt einsteigen, werden bereits knapp 36 Prozent ihrer Lebenszeit oder ein Vierteljahrhundert in Rente sein.
Mit diesem Wert liegt Österreich in Europa im Spitzenfeld. Zudem wird die Zahl der Pensionisten im Jahr 2050 um mehr als eine Million Personen ansteigen, die der Erwerbsbevölkerung hingegen um einige Hunderttausend sinken. Womit die Gefahr wächst, dass die Jüngeren die finanziellen Lasten des Sozialstaats nicht mehr stemmen können. Wenn die Regierung schon nicht bereit ist, das öffentliche System so zu reformieren, dass es nachhaltig finanziert werden kann, so sollte sie jungen Menschen zumindest die Möglichkeit geben, selbst etwas für die Vorsorge zurückzulegen.
Private und betriebliche Vorsorge müssen ausgebaut und modernisiert werden, wie wir in unserer neuen Studie „Warum Österreichs Pensionssystem neu verhandelt werden muss“ fordern.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Bis 2050 wird es in Österreich rund eine Million mehr Menschen über 65 geben als noch 2021.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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