Zusätzlich zu den Verteilungen der tatsächlichen Haushaltseinkommen zeigen die gepunkteten Linien die virtuellen Einkommen, wenn jeweils die gesparte Miete hinzugefügt wird.
Die Haushalte in den Gemeindewohnungen (blau) sind über die gesamte Verteilung hinweg zunächst ärmer als die Haushalte im freien Markt, durch die günstige Miete rücken sie aber deutlich näher an diese heran. Vor allem im unteren Bereich der Verteilung; ganz unten liegt ihr virtueller Einkommenseffekt bei fast 10 Prozent. Nur im oberen Abschnitt bleiben sie ärmer, dort liegt der relative Einkommenseffekt bei unter fünf Prozent.
Die Bewohner von Genossenschaftswohnungen (grün) sind dagegen interessanterweise vielfach reicher. Am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) kam man zu ähnlichen Schlüssen und machte dafür den Finanzierungsbeitrag verantwortlich, den viele Genossenschaften verlangen und der Haushalte ohne das entsprechende Kleingeld von vornherein ausschließt. Ergänzt um den Einkommensvorteil aus der vergünstigten Miete liegen die Bewohner der Genossenschaften über weite Strecken deutlich vor allen anderen Haushalten. Auch sie haben am unteren Ende virtuelle Einkommenseffekte im hohen einstelligen Prozentbereich; am oberen Ende sind es noch drei Prozent. Nur ganz oben werden die Genossenschaften von den Haushalten überholt, die regulierte Mieten (violett) zahlen.
Die Haushalte im freien Markt – jeweils dargestellt durch die graue Linie bei 100 – unterscheiden sich also nicht grundsätzlich von jenen in den geförderten oder regulierten Mietarten. Wenn überhaupt, dann gehören sie vor allem am unteren Ende der Verteilung sogar zu den ärmsten Haushalten. Das kann zum Beispiel Zugereiste betreffen, die noch auf der Warteliste für eine geförderte Wohnung stehen oder noch nicht lange genug in einer Gemeinde wohnen, um überhaupt einen Antrag stellen zu dürfen.
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Baubewilligungen für neue Wohnungen, bis 1. Quartal 2026
Private Haushalte bauen traditionell größer als gewerbliche oder gemeinnützige Bauträger. Logisch - der Häuslbauer baut eher ein ‘Häusl’ als eine einzelne Wohnung; eine ganze Wohnanlage wird wiederum wohl sehr selten von einer Privatperson gebaut.
Neu geschaffene Wohnnutzfläche für private Wohnzwecke, in Qudratmeter in Österreich
Um die Wohnungsnot zu lindern, muss gebaut werden. Unsere Grafik zeigt: auf die öffentliche Hand ist dabei kein Verlass. Es sind vielmehr die privaten Häuslbauer, die den meisten Wohnraum in Österreich schaffen.
Eine Frage muss sich die Bundesregierung stellen: Wer soll in Zukunft bauen, wenn der Anreiz für den privaten Wohnbau durch die Mietpreisbremse genommen wird?
Die Mietunterschiede zwischen gefördertem und freiem Wohnbau klaffen in Österreich inzwischen deutlich auseinander. Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen sind im Schnitt rund 30 Prozent günstiger als vergleichbare Objekte am freien Markt, Richtwert- und Kategoriemieten immerhin um etwa 13 Prozent.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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