Auf der österreichischen Regierungsbank werden täglich neue Ideen gewälzt, wie den Beschäftigten noch mehr Geld aus der Tasche gezogen werden könnte.
Auf der österreichischen Regierungsbank werden täglich neue Ideen gewälzt, wie den Beschäftigten noch mehr Geld aus der Tasche gezogen werden könnte. Etwa über die Wiedereinführung der kalten Progression. Dabei schlägt der Staat schon heute unerbittlich zu: Bei einer jährlichen Nettolohnerhöhung um 500 Euro landen schon bei einem durchschnittlichen Vollzeitbeschäftigten 712 Euro beim Staat, wie unsere Berechnung zeigt.
„In Österreich ist Arbeit ein Luxusgut: Wer einem Mitarbeiter 500 Euro im Jahr mehr netto zahlen will, muss mehr als das Doppelte auf den Tisch legen. Der größte Gewinner ist nicht der Arbeitnehmer, sondern der Staat“, sagt Ökonom Dénes Kucsera. Die Abgaben auf Arbeit müssen sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer deutlich reduziert werden. „Es sollten besonders mittlere Einkommen entlastet werden, nur so kann Vollzeitarbeit wieder attraktiver werden“, so Kucsera.
Österreich scheint derzeit die Speerspitze des europäischen Protektionismus zu bilden.
Die Regierung wird diese Woche ihre Industriestrategie präsentieren. Nach allem, was im Vorfeld zu hören war, dürfte sie recht blumig ausfallen.
Österreich leistet sich einen der teuersten Staaten in ganz Europa.
Für den Staat zu arbeiten, lohnt sich. Während die Beamten mit über 82.000 Euro brutto im Jahr weiterhin den höchsten Durchschnittslohn beziehen, legten die Vertragsbediensteten seit 2007 am stärksten zu (fast 89 Prozent).
Vergangene Woche wurde publik, dass Österreichs Defizit nicht wie angenommen bei 4,5 Prozent, sondern bei 4,9 Prozent gemessen an der Wirtschaftsleistung (BIP) liegen soll.
Vor wenigen Tagen ließ ifo-Chef Clemens Fuest mit der Warnung aufhorchen, dass sich der deutsche Staat immer weiter aufblähe, während die privaten Investitionen zurückfielen. Eine Diagnose, die auch für Österreich zutrifft.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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