Der Staat hat ein Ausgabenproblem, darin sind sich alle Experten einig. Die Lösung der Politik auf dieses Problem lautet seit Jahren: noch höhere Einnahmen.
Das Doppelbudget 2027/2028 wird zeigen, ob sich daran etwas ändert oder ob wir dasselbe Stück mit neuer Besetzung sehen.
Dabei wäre es gar nicht so schwer. Ein gutes Budget besteht aus drei Zutaten: eine Neuverschuldung unter drei Prozent des BIP. Staatliche Ausgaben, die durch Strukturreformen tatsächlich fallen, nicht durch Buchhaltertricks. Und eine Staatseinnahmenquote, die spürbar unter die 50-Prozent-Marke sinkt.
Ein schlechtes Budget hingegen beginnt mit dem Griff in die Taschen der Bürger: Höhere Grundsteuern, Familienbonus streichen, die Kalte Progression zurückbringen oder Reichensteuern einführen. Langsam zermürbt die ewig alte Leier. Wer Steuern erhöht, braucht keine Gewerkschaft zu überzeugen, mit keinen Landesfürsten zu verhandeln, keine Sozialpartner zu bändigen. Man unterschreibt und nennt es Konsolidierung.
Der Nachteil: Es löst das Problem nicht, es wird nur noch größer. Egal, wie viel Steuern der Staat einhebt, er kommt damit nicht aus. 51 Prozent der Wirtschaftsleistung gingen 2025 an den Staat, das ist der dritthöchste Wert in der Eurozone. Daraus machte die Regierung das fünfthöchste Defizit. Der Staat hat längst die Kontrolle über seine Ausgaben verloren.
Eine Fortschrittsregierung muss endlich ins Erneuern kommen: Pensionen reformieren, Föderalismus entflechten, Gesundheitsausgaben dämpfen. Die Vorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch. Die Reformverweigerer sitzen ebenfalls dort, bequem und ohne jede Zugluft. Im Juni wird der Finanzminister reden. Die Frage ist nur: Wird er von Einnahmen oder von Ausgaben sprechen?
(Erstmals erschienen am 14. April 2026 in “Kleine Zeitung”)
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Energiekrisenmaßnahmen, kumuliert bis inklusive 2025, in Milliarden Euro
Fast 17 Milliarden Euro hat der österreichische Staat seit 2022 ausgegeben, um die Folgen der Energiekrise abzufedern. Allein im Jahr 2022 waren es 8,3 Milliarden.
Anzahl an Steuern und Abgaben, im Jahr 2024
Jetzt die Paketabgabe, in ein paar Monaten die Streamingabgabe und wer weiß, was sich das Regierungstrio gerade noch so zusammenwürfelt: Österreich versinkt in seinen Steuern und Abgaben.
2.800 Euro pro Kopf. So viel zahlt jeder Erwerbstätige in Österreich 2029 allein an Zinsen für die Staatsschulden. Insgesamt wird der Staat 2029 12,6 Milliarden Euro an Zinsen zahlen.
Die alte Bildungskarenz wurde dafür nicht repariert. Sie wurde eingestellt, ein neues Modell kam an ihre Stelle.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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