Gespart werden muss überall. Die Regierung macht auch im Kurwesen keine Ausnahme. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar.
Die Idee ist nett: Kräftige, gesunde Arbeitsmenschen fahren regelmäßig auf Kur, damit sie gesund bleiben und ihre Arbeitsfähigkeit erneuern können. Unter einer dicken Schicht Heilmoor reflektieren sie drei Wochen lang über die eigene Lebensweise und erwerben unbezahlbare Gesundheitskompetenzen. Iss mehr Gemüse. Trink weniger Alkohol. Die Rechnung für den Aufenthalt berappt dann die Gesellschaft. Kurschatten inklusive.
Die Regierung tritt nun auf die Bremse und will bei den Kuren – im Bürokratensprech: „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ – sparen. Die Wirkung auf das Budget ist aber wohl eher mit einer Bioresonanztherapie vergleichbar als mit einer Operation am offenen Herzen. Es ist keineswegs so, dass die Kuren nun abgeschafft wären. Lediglich fünfzig Millionen Euro sollen nächstes Jahr gespart werden – bei einem staatlichen Gesamtdefizit, das trotz aller Sparbemühungen wieder bei um die 20 Milliarden Euro liegen wird.
Wer das nun am falschen Ende gespart findet, hat ja gar nicht unrecht. Das österreichische Gesundheitssystem tut traditionell zu wenig für die Vorsorge. Im Mittelpunkt des Systems steht die Krankheit. Es ist eigentlich ein Krankheitssystem. Was vor und nach dem Arztbesuch passiert, ist weitgehend Grauzone. Einziger Profiteur dieses Systems: Der Arzt. Sein Bankkonto befüllen ihm die Kranken; nicht die sportbegeisterten Abstinenzler mit hoher Gesundheitskompetenz, die das österreichische Kurwesen am laufenden Band produziert. Ausgerechnet bei den Kuren zu sparen, klingt da irgendwie falsch.
Doch Sparen ist das Gebot der Stunde. Gerade die Ausgabenposten, die demografiebedingt durch die Decke gehen, können hier keine Ausnahme bilden. Natürlich würden sich die Patienten und auch der Finanzminister ein Gesundheitssystem wünschen, das weniger Kranke produziert. Wäre vor Jahrzehnten mehr für die Vorsorge getan worden, hätten wir jetzt gesündere Babyboomer. Auch der Pflegesektor würde es uns dereinst danken.
Haben wir aber nicht. Daher ist es richtig, die Kosten auch im Kurwesen nicht davongaloppieren zu lassen. Vorsorge bleibt wichtig. Aber zu prüfen, ob nicht vielleicht doch die eine oder andere Million wirkungslos versickert, ist wohl kaum der soziale Kahlschlag, den die Opposition nun an die Wand malt. Umso weniger, also wohl jeder Österreicher weiß, dass eine Kur oft nur eine nette Auszeit ist, die nichts kostet (nicht einmal Urlaubstage).
Eine Gesellschaft, die zu lange über ihre Verhältnisse lebt, kann eben irgendwann nur noch zuschauen, wie ihr die Privilegien Stück für Stück entgleiten. Die Kuren sind nur der Anfang.
(Erstmals erschienen am 10.05.2026 in “Kleine Zeitung”)
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