Foto: © Markus Rössle, Kurier / F. Gruber
„Wir haben mittlerweile eher eine systemische Bevorzugung für Frauen als eine Benachteiligung." – Carmen Treml
Die EU-Lohntransparenz-Richtlinie sollte längst nationales Recht sein – die Frist dafür ist am 7. Juni verstrichen, ohne dass Österreich liefert. Agenda Austria-Ökonomin Carmen Treml und Host Sandra Keplinger schauen sich an, was die Richtlinie für Unternehmen konkret bedeutet, warum der bereinigte Gender Pay Gap in Österreich nur bei 6,2 Prozent liegt statt der oft zitierten 12,6 – und warum es die klassische Frauenpolitik in dieser Form nicht mehr braucht.
Außerdem besprechen wir das Gender Equality Paradox oder warum der Equal Pay Day und die Debatte um unbezahlte Care-Arbeit in die falsche Richtung führen.
Themen dieser Episode:
01:30 – Die EU-Lohntransparenz-Richtlinie erklärt
03:48 – Praxisbeispiel: Was die Richtlinie für Unternehmen bedeutet
07:25 – Der Gender Pay Gap: Berufswahl und Teilzeit werden oft ausgeblendet
18:45 – Wie sich der Feminismus-Begriff verändert hat
22:46 – Das Narbenexperiment: Erwartung erzeugt Diskriminierung
24:50 – Gender-Statements in Jobausschreibungen und Frauenförderung
28:22 – Mütter, Teilzeit und der echte Pay Gap
30:41 – Welche Frauenpolitik braucht es?
Die Lohntransparenzrichtlinie soll für mehr Fairness sorgen – produziert aber vor allem mehr Bürokratie. Der größte Teil der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen entsteht nicht durch Diskriminierung, sondern durch unterschiedliche Berufswahl, Arbeitszeiten und Branchen. Die Richtlinie setzt jedoch genau dort an, wo der unerklärte Rest der Lohnlücke liegt – und überzieht Unternehmen mit neuen Berichtspflichten. Wie sich der bereinigte Gender Pay Gap in Österreich zwischen 2011 und 2024 tatsächlich entwickelt hat, zeigt diese Grafik der Agenda Austria.

Wer bei Wirtschaftsthemen lieber Daten statt Schlagworte will, ist hier richtig: Das Weekly – jeden Freitag neu, auf Spotify, YouTube und überall, wo es Podcasts gibt.
Produktion: DoMotion, Musik: Audio Funnel, Coverfoto: Markus Rössle, KURIER / F. Gruber
Die EU will die Lohnschere zwischen Männern und Frauen schließen und drückt dabei der Privatwirtschaft das Gehaltsschema des Beamtenapparats auf.
Fast schon im Wochentakt schlagen bei den Unternehmen neue Regeln auf. Es kann schon längst nicht mehr als EU-Bashing gelten, den Regelungswahn der Brüsseler Schreibtischakrobaten als unmäßig zu kritisieren. Wir werfen einen Blick in die Giftküche der Bürokratie.
Bis 7. Juni 2026 muss Österreich die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen, sonst droht ein Vertragsverletzungsverfahren. Ein Gesetz war für das erste Quartal angekündigt.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen