Die Reserven der Gasspeicher in Österreich bewegen sich auf niedrigem Niveau. Die EU arbeitet daran, die Gasspeicher bis in den Herbst zu füllen. Doch kommt es zu einem Lieferstopp von russischem Gas, dürfte das Auffüllen der Lager und die Versorgung in den Wintermonaten ein schwieriges Unterfangen werden. Rund 40 Prozent vom Gas, das in Europa verbraucht wird, kommt aus Russland. In Österreich sind es 80 Prozent. Zudem sind die Gasspeicher im Vergleich zu den Vorjahren ziemlich leer, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt.
In den kommenden Monaten wäre die Situation wahrscheinlich für die Privathaushalte noch zu beherrschen, weil die Heizperiode zu Ende geht. Für Unternehmen könnte es aber problematisch werden, warnt Agenda Austria-Ökonom Hanno Lorenz. Wenn die Gasspeicher in den nächsten Monaten nicht aufgefüllt werden, wird es in Österreich spätestens im Winter zu wenig Gas geben, um den Verbrauch zu decken. Dann müssten Prioritäten gesetzt werden. Die zuständige Klimaschutzministerin Leonore Gewessler würde dann zu einem Notfallplan greifen und, um den Heizbedarf der privaten Haushalte zu garantieren, die Gasversorgung einzelner Industrien rationieren.
Prognose des Bruttofinanzierungsbedarfs im Jahr 2036, in Prozent des BIP
Die Warnsignale für Österreichs Staatsfinanzen verdichten sich.
Die österreichischen Tariflöhne sind jenen der Eurozone in den vergangenen Jahren rasant davongezogen.
Jahrelang profitierte Österreich von der Niedrigzinsphase. Trotz rasant steigender Staatsschulden blieben die Kosten für deren Finanzierung überschaubar. Doch diese Zeit ist vorbei.
Dass der Staat seine Budgetprobleme primär auf der Ausgabenseite lösen muss, liegt auf der Hand.
Die Diskussion rund um die Kürzungen der Universitätsbudgets ab 2028 sorgt derzeit für große Aufregung. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass das aktuelle Budget für die Jahre 2025 bis 2027 bereits deutlich erhöht wurde.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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