Das österreichische Pensionssystem gerät zunehmend in Schieflage. Selbst die von der Dreierkoalition zuletzt beschlossene „größte Pensionsreform seit 20 Jahren“ ändert daran nichts.
Kräftige Pensionserhöhungen und die (Früh)Pensionierung der Babyboomer-Generation belasten den Staatshaushalt immer stärker, wie eine Berechnung der Agenda Austria anhand aktueller Daten der Alterssicherungskommission zeigt.
Demnach steigt der Zuschuss aus dem Bundesbudget kontinuierlich an. Belief sich dieser im Vorjahr noch auf 6,1 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung, werden es bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2029 schon 6,75 Prozent sein. In 2025er-Preisen bedeutet allein dieser Anstieg etwa 3,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten, statt der im Vorjahr noch prognostizierten 1,7 Milliarden Euro. Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera: „Jeder vierte Euro des Bundeshaushalts fließt in das Pensionssystem und in Zukunft wird dieser Anteil weiter ansteigen. Mit kleineren Anpassungen ist es nicht getan, die Regierung muss einschreiten und das gesetzliche Pensionsantrittsalter endlich anheben.“
Seit Oktober diskutiert die Politik über eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel – und trotzdem ist man bis heute nicht einmal in der Lage, klar zu definieren, welche Produkte eigentlich günstiger werden sollen.
Die Regierung wird diese Woche ihre Industriestrategie präsentieren. Nach allem, was im Vorfeld zu hören war, dürfte sie recht blumig ausfallen.
Österreich leistet sich einen der teuersten Staaten in ganz Europa.
Die Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission sorgt kurz vor dem Jahreswechsel bei der Regierung für Euphorie: Die Krise ist hinter uns, wir befinden uns schon mitten im Aufschwung.
Österreich zählt in der EU zur Spitzengruppe jener Länder, in denen sich die Menschen stark auf staatliche Pensionen verlassen – nur Finnland ist noch abhängiger von der öffentlichen Hand. Private Vorsorge und Kapitalerträge spielen hierzulande dagegen eine kleine Rolle.
Unselbstständig Erwerbstätige haben in Österreich finanziell wenig Spielraum, weil der Staat einen Großteil ihrer Einkommen durch Steuern und Abgaben abstaubt.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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