Die Arbeitsproduktivität in Österreich lahmt. Seit 2000 ist der reale Output pro Erwerbstätigen um nur acht Prozent gestiegen. Nur in Italien, Griechenland und Luxemburg lief es noch schlechter, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt. Seit der Finanzkrise – spätestens seit Corona – treten wir auf der Stelle. Dauerhaft kann der Wohlstand pro Kopf aber nicht steigen, wenn die Wirtschaftsleistung pro Erwerbstätigen stagniert.
Ein Teil des Problems ist der anhaltende Trend zur Teilzeit. „Bei der Produktivität pro Stunde halten wir uns im EU-Vergleich ja noch ganz gut im Mittelfeld. Doch was nützt das, wenn wir immer weniger Stunden arbeiten“, fragt Agenda Austria-Ökonom Jan Kluge. Im Durchschnitt arbeiten die Österreicher nur noch 30 Stunden pro Woche; sechs Stunden weniger als noch vor 20 Jahren. Aber auch bei der Stundenproduktivität fehlt die Dynamik. Die hochproduktiven Hightech-Branchen entstehen derweil in den USA und in China. Bei uns versanden die guten Ideen, weil es an Wagniskapital fehlt; den Rest erdrückt die Bürokratie.
Doch keine Angst: Die Agenda Austria ist ja da. In unserer „Plan A“-Reihe haben wir die größten Herausforderungen für die nächste Regierung in sechs Kapiteln zusammengefasst, die ab sofort im Wochenabstand erscheinen werden. Mehr zum Thema Wachstum gibt es schon hier zu lesen.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Zahl der Unternehmen unter den Top-100 (nach Marktkapitalisierung zum jeweiligen Jahresende) zwischen 2008 und 2026 in den USA, Europa und Asien-Pazifik
Europa verliert im globalen Wettbewerb um die größten Unternehmen zunehmend an Boden. Während die Zahl nordamerikanischer und asiatischer Konzerne unter den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt steigt, ist Europas Anteil seit Jahren rückläufig.
Durchschnittliche Anzahl der Einwohner pro Bezugsperson von Mindestsicherung oder Sozialhilfe, im Jahr 2024
Österreichweit beziehen mehr als 200.000 Menschen Mindestsicherung. Wenig überraschend: In Wien ist die Dichte mit Abstand am höchsten.
Österreich im unteren Drittel: Nur knapp drei von zehn Erwachsenen vertrauen der eigenen Regierung – weniger als in den meisten EU-Ländern.
Vertrauen muss man sich verdienen. Die aktuellen OECD-Zahlen zeigen, dass genau daran die Politik in Österreich scheitert: Nur 21 Prozent der Bevölkerung vertrauen den politischen Parteien, und nicht einmal ein Drittel der Bundesregierung. Länder wie die Schweiz oder Luxemburg erreichen hingegen Vertrauenswerte von mehr als 50 Prozent.
Prognose des Bruttofinanzierungsbedarfs im Jahr 2036, in Prozent des BIP
Die Warnsignale für Österreichs Staatsfinanzen verdichten sich.
Die österreichischen Tariflöhne sind jenen der Eurozone in den vergangenen Jahren rasant davongezogen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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