„Koste es, was es wolle“, ist aktuell die Devise vieler Regierungen, wenn es darum geht, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu bekämpfen. Und das wird in der Tat einiges kosten, die tiefe Rezession und die vielen Nothilfen werden die Staatsschulden in den Industrienationen deutlich nach oben treiben. Trotz der mit hoher Unsicherheit behafteten Prognose haben Länder wie Österreich und Deutschland auch bei steigenden Staatsschulden keine Finanzierungsengpässe zu erwarten. Ganz im Gegensatz zu anderen Staaten, die schon in Zeiten der Hochkonjunktur die Schulden in lichte Höhen getrieben haben.
Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig es war, in konjunkturell guten Zeiten hauszuhalten, Schulden zurückzuführen und auf diese Weise budgetäre Spielräume zu schaffen. Nun gilt es, eine Insolvenzwelle infolge der staatlichen Betriebsschließungen sowie Massenarbeitslosigkeit zu verhindern. Um die Schulden langfristig tragfähig halten zu können, sind Wachstum und Investitionen in den Wirtschaftsstandort nötig. Zum jetzigen Zeitpunkt wären wachstumsgefährdende Steuererhöhungen Gift für den Aufschwung, der nach Beendigung der Gesundheitskrise so dringend notwendig sein wird.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Anteil der 15- bis 29-Jährigen, die weder erwerbstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind, in Prozent
Lange stand Österreich hier deutlich besser da als der Rest der EU.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Vor zwanzig Jahren war nur jeder vierte Krankenstand in Österreich nach spätestens drei Tagen vorbei. Mittlerweile trifft das auf fast jeden zweiten Fall zu.
2.800 Euro pro Kopf. So viel zahlt jeder Erwerbstätige in Österreich 2029 allein an Zinsen für die Staatsschulden. Insgesamt wird der Staat 2029 12,6 Milliarden Euro an Zinsen zahlen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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