Österreichs Steuerzahler werden immer stärker zur Kasse gebeten, um das klaffende Loch im staatlichen Pensionssystem zu stopfen. Der Unterschied zwischen den Auszahlungen an die Pensionisten und den Einzahlungen der Aktiven wächst von Jahr zu Jahr. Bis 2026 wird das Defizit im staatlichen Pensionssystem auf fast 33 Milliarden Euro ansteigen, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt. Das ist fast eine Verdoppelung innerhalb von 15 Jahren.
Der Grund für die hohen Defizite: Wir gehen noch immer so früh in Pension wie vor 50 Jahren, obwohl die Lebenserwartung zu Pensionsantritt seither um mehr als sieben Jahre gestiegen ist. Allein von 2022 bis 2026 werden in Summe rund 140 Milliarden Euro aus dem Budget ins Pensionssystem zugeschossen werden müssen. „Wir versenken Jahr für Jahr fast die gesamten Lohnsteuereinnahmen im Pensionsloch. Aber nichts geschieht. Ganz im Gegenteil. Statt endlich das Pensionssystem an die Lebenserwartung zu koppeln, wird das finanzielle Problem noch mit außertourlichen Pensionserhöhungen vergrößert“, sagt Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera.
Beiträge zur Gesamtinflation, in Prozentpunkten, bis September 2026
Wenn es um die Inflation geht, schauen alle auf die Spritpreise. Diesel und Heizöl haben die Inflation im September auf 3,6 Prozent getrieben.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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