Wer geglaubt hat, dass ein Vierteljahrhundert an Verhandlungen ausreichen würde, um zwei Kontinente wirtschaftlich zueinander zu bringen, hat die Rechnung ohne die Brüsseler Kreativität gemacht.
Gerade als man dachte, die Tinte unter dem Mercosur-Abkommen könnte endlich trocknen, ziehen die Abgeordneten im Europaparlament ein neues Kaninchen aus dem Zylinder: Der Gang zum Europäischen Gerichtshof. Was offiziell als juristische Sorgfalt verpackt wird, ist in Wahrheit nichts anderes als ein politisches Bremsmanöver der Extraklasse. Die Entscheidung wird um Monate, vielleicht Jahre vertagt. Zeit, die sich Europa in der gegenwärtigen Situation nicht leisten kann.
Wir reagieren mit Schnappatmung, wenn uns Donald Trump nicht auf Augenhöhe begegnet, sondern allenfalls als Randnotiz betrachtet. Wir sind zutiefst beleidigt, wenn Washington und Moskau ohne uns über die Sicherheitsarchitektur unseres Kontinents verhandeln. Doch die bittere Wahrheit ist: Wir werden nicht ignoriert, weil die anderen arrogant sind. Wir werden ignoriert, weil wir uns mit einer beharrlichen Ausdauer ins geopolitische Abseits manövrieren.
Die Weltkarte der Wirtschaft wird gerade neu gezeichnet und Europa leistet sich den Luxus der moralischen Selbstblockade. Es wäre in der aktuellen Weltlage überlebenswichtig, den Kreis unserer Partner zu erweitern und neue Absatz- und Bezugsmärkte zu erschließen.
Selbst wenn das Abkommen vorläufig in Kraft treten sollte, bleibt die Unsicherheit und die fatale Signalwirkung bestehen. Das ist kein diplomatisches Pech, das ist institutionelles Versagen mit Vorsatz. Wir sägen mit Begeisterung an dem Ast, auf dem unser Wohlstand sitzt, und wundern uns dann, warum wir fallen. Die Bürokraten in Brüssel drohen das Wohlstandsprojekt EU erfolgreich zu zerstören. Was bleibt ist ein wirtschaftlicher Riese vergangener Tage, der sich in den eigenen Schuhbändern verheddert hat.
(erstmals erschienen am 26.01.2026 in der Kleinen Zeitung)
„Es gibt schlichtweg keine Autorität, die festlegen sollte, welche Rechenleistung gerechtfertigt ist und welche nicht.” – Jan Kluge
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Die EU verspricht Gehaltstransparenz und bringt ein Bürokratiemonster dafür in Stellung. Wer Lohnunterschiede wirklich abbauen will, muss die erklärbaren Ursachen angehen.
Eine neue Auswertung zeigt, wie sich die Rechtfertigung für Industriepolitik in den USA, China und der EU seit 2009 verschoben hat – und die Richtung ist eindeutig.
“Guido Westerwelle hat einmal gesagt, die Freiheit stirbt zentimeterweise. Wenn die Chatkontrolle 2.0 kommt, stirbt sie um einen Kilometer.” – Vitus Ortner
„Indien ist gerade dabei, sich von einem Schwellenland zu einem richtigen Wirtschaftsfaktor zu entwickeln – und hat Japan überholt und ist nach Deutschland schon die viertgrößte Volkswirtschaft." - Peter Stadlmüller
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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