Warum doktert die Politik bei den Pensionen an kleinen Reformen herum, wenn das Problem längst offensichtlich ist?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die jährlichen Zuschüsse zu den gesetzlichen Pensionen haben sich zwischen 2019 und 2025 von 9,6 auf 19,4 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Bei den Beamtenpensionen fiel der Anstieg im selben Zeitraum deutlich geringer aus: von 10,1 auf 14 Milliarden Euro.
Das zeigt: Wer das Pensionsproblem vor allem mit dem Verweis auf die Beamten kleinredet, übersieht die eigentliche Dynamik. Die Kostenexplosion findet längst auch und gerade in der gesetzlichen Versicherung statt.
Dabei gäbe es einen wirksamen Hebel: Ein Jahr später in Pension zu gehen, würde die Auszahlungen um rund 3,5 bis 4 Milliarden Euro reduzieren. Trotzdem verliert sich die Politik lieber in kleinen Einzelmaßnahmen, statt die strukturellen Probleme anzugehen.
Was es braucht, ist eine grundlegende Reform: Das gesetzliche Pensionsantrittsalter muss steigen und die steigende Lebenserwartung muss im Pensionssystem berücksichtigt werden. Das System muss langfristig finanzierbar werden, ohne die Kosten immer weiter auf die nächste Generation abzuwälzen.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir uns eine Pensionsreform leisten können. Sondern wie lange wir es uns noch leisten zu können, sie aufzuschieben.
Agenda Austria, Alterssicherungskommission.
Anmerkung: Bei den Zuschüssen zu den Pensionen sind der Bundeszuschuss zu den gesetzlichen Pensionen und den Pensionen der Beamten inkludiert. Die Werte ab 2025 sind Prognosewerte.
Die Grafik vergleicht die Entwicklung der jährlichen staatlichen Zuschüsse zur gesetzlichen Pensionsversicherung und zu den Beamtenpensionen in Österreich im Zeitraum von 2019 bis 2025. Bei den gesetzlichen Pensionen sind die Zuschüsse von 9,6 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 19,4 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt. Bei den Beamtenpensionen fiel der Anstieg im selben Zeitraum deutlich geringer aus: Hier erhöhten sich die Zuschüsse von 10,1 auf 14 Milliarden Euro. Die Gegenüberstellung zeigt, dass die Ausgabenentwicklung nicht allein auf die Beamtenpensionen zurückzuführen ist, sondern insbesondere auch die gesetzliche Pensionsversicherung zunehmend höhere staatliche Zuschüsse benötigt.
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Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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