Ein Schritt in die richtige Richtung – aber mit begrenzter Wirkung.
Ein Schritt in die richtige Richtung – aber mit begrenzter Wirkung.
Bisher wurde oft argumentiert, dass Großfamilien, die besonders hohe Sozialhilfe beziehen, ohnehin nur selten vorkommen. Jetzt wird ausgerechnet bei Familien ab dem fünften Kind stärker gekürzt.
Die neue Staffelung ist grundsätzlich sinnvoll: Nicht jedes weitere Kind verursacht gleich hohe zusätzliche Kosten. Doch wenn die Unterstützung erst ab dem fünften Kind deutlich sinkt, bleibt ein großer Teil des bisherigen Systems unangetastet.
Wer die Sozialhilfe treffsicherer gestalten will, sollte früher ansetzen.
Agenda Austria, Bundesregierung, Stadt Wien.
Anmerkung: Wien bisher 27% des Richtsatzes; 2 bis 4. Kind: Länder wählen im Korridor.
Die Grafik zeigt den monatlichen Sozialhilfesatz je Kind in Euro, aufgeschlüsselt danach, wie viele Kinder im Haushalt leben. Für jede Haushaltsgröße gibt es drei Balken: den bisherigen Satz in Wien sowie die Ober- und die Untergrenze der neuen Regelung.
Der bisherige Wiener Satz liegt bei 27 Prozent des Richtsatzes. Er ist bei jeder Kinderzahl gleich hoch und liegt immer über 300 Euro.
Bei einem Kind sind Ober- und Untergrenze nach der neuen Regelung gleich hoch, nämlich 307 Euro. Bei zwei, drei und vier Kindern bleibt die Obergrenze bei 307 Euro je Kind. Die Untergrenze sinkt dagegen: auf 246 Euro bei zwei Kindern, auf 184 Euro bei drei Kindern und auf 154 Euro bei vier Kindern. Innerhalb dieses Korridors legen die Länder den Satz für das zweite bis vierte Kind selbst fest. Ab dem fünften Kind liegen Ober- und Untergrenze wieder gleichauf, und zwar bei 148 Euro je Kind.
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