Die Euro-Länder haben deutlich höhere Schulden als die EU-Staaten ohne gemeinsame Währung. Daran ist der Euro nicht schuld - aber besser gemacht hat er es auch nicht.
Italien, Griechenland und Belgien haben den Euro schon mit mehr als 100 Prozent Staatsschulden eingeführt. Außerdem dominieren große Länder mit hohen Schulden durch ihre Bevölkerung den Schnitt: Frankreich, Italien und Spanien liegen alle über 100 Prozent. In der Gruppe ohne Euro dominiert dagegen Polen, das sogar eine Schuldenbremse bei 60 Prozent in der Verfassung hat. Die kleinen Euro-Länder mit weniger Schulden fallen kaum ins Gewicht: die baltischen Staaten, die Slowakei und Kroatien. Zudem hat die oft höhere Inflation außerhalb der Eurozone ihre Schulden real entwertet.
Trotzdem birgt der Euro Probleme für die Fiskalpolitik. In der Eurozone bestrafen weder die Maastrichtregeln noch die Märkte zu hohe Schulden. Für Nichteinhalten der Schuldenregeln gibt es keine Sanktionen; die de facto Garantie der EZB, Euroländer aus Schieflagen zu retten (durch das ”whatever it takes”-Versprechen und Staatsanleihenkäufe) hat es defizitären Staaten lange erlaubt, weiter relativ günstige Schulden aufzunehmen.
Jetzt kommt die Rechnung. Die Zinsen auf Staatsschulden sind in einigen Ländern, allen voran Frankreich, dramatisch gestiegen. Ohne fiskalische Disziplin geht so zunehmend Spielraum für die Zukunft verloren. Das heißt für alle EU-Länder, aber besonders die Euro-Staaten: Es ist Zeit, zu Sparen.
Quellen: Agenda Austria, IWF.
Die Grafik zeigt die Bruttostaatsschulden des Gesamtstaats in Prozent des BIP von 2000 bis 2025. Verglichen werden zwei Gruppen: die 21 Länder der Eurozone einschließlich Bulgarien und die sechs EU-Staaten ohne Euro (Tschechien, Dänemark, Ungarn, Polen, Rumänien, Schweden). Für jede Gruppe wird ein Durchschnitt gebildet. Dabei geht jedes Land mit seiner Bevölkerung im jeweiligen Jahr als Gewicht ein, große Länder bestimmen den Wert also stärker als kleine. Die Gruppen sind für alle Jahre nach dem heutigen Stand zusammengesetzt, unabhängig davon, wann ein Land den Euro eingeführt hat.
Die Grafik zeigt als Liniendiagramm die Staatsschulden (brutto) in Prozent des BIP von 2000 bis 2025 für die 21 Euro-Länder und die sechs EU-Staaten ohne Euro. Beide Werte sind mit der Bevölkerung gewichtete Durchschnitte, große Länder zählen also stärker. Die Euro-Länder liegen durchgehend deutlich höher. Ihr Wert liegt bis 2008 bei rund 64 bis 69 Prozent, steigt bis 2014 auf knapp 98 Prozent und erreicht 2020 mit rund 104 Prozent seinen Höchstwert. 2025 liegt er bei 93,4 Prozent. Die Länder ohne Euro steigen von rund 37 Prozent im Jahr 2000 auf 54,6 Prozent im Jahr 2025, ihren höchsten Stand.
Rang Österreichs unter den EU-27 bei der Arbeitslosenquote (1 = niedrigste Quote); grau: Quote in Prozent
Vor nicht allzu langer Zeit war Österreich bei der Arbeitslosigkeit die Nummer eins in der EU. 2011 hatte kein Land eine niedrigere Quote als wir. Heute reicht es nur noch für Platz 15.
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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