Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Entscheidend ist die Entwicklung nach den Katastrophen. Nach 1945 bauten die Industrieländer ihre Schulden konsequent ab, bis Mitte der 1970er-Jahre auf gut 34 Prozent, wie unsere Grafik zeigt.
Dieser Mechanismus ist verloren gegangen. Seit vier Jahrzehnten steigt die Schuldenquote in guten wie in schlechten Jahren, jede Krise hebt sie auf ein neues, nochmal höheres Niveau, von dem sie nicht mehr zurückkehrt. Auch die Schwellenländer nähern sich mit mittlerweile 78 Prozent Rekordwerten an. Der Beginn der Corona-Pandemie hat die Schulden nahe an das Allzeithoch geführt. Wird der Pfad der Gießkannenpolitik weiter verfolgt, werden wir bald einen neuen Höhepunkt erreichen. Schulden sind nichts anderes als ein Vorgriff auf künftige Steuern. Sie engen den Spielraum künftiger Budgets ein und belasten kommende Generationen. „Früher waren hohe Schulden die Antwort auf Katastrophen, heute sind sie Routine. Wer im Aufschwung nicht zurückzahlt, hat im Abschwung nichts mehr zu geben“, sagt unser Ökonom Friedrich Bähr.
Quellen:
IWF – Public Finances in Modern History Database (Stand Dezember 2025)
IWF – Historical Public Debt Database.
IWF – World Economic Outlook, April 2026.
Maddison Project Database 2023.
Methodik:
Die Bruttoschulden des Gesamtstaats in Prozent des BIP stammen aus der IWF-Datenbank „Public Finances in Modern History“ (Stand Dezember 2025, bis 2024). Fehlende Jahre wurden mit der älteren „Historical Public Debt Database“ des IWF ergänzt, Lücken von bis zu zehn Jahren linear interpoliert, und den Wert für 2025 haben wir mit der Veränderung laut World Economic Outlook (April 2026) fortgeschrieben. Die Werte für 25 Industrie- und 27 Schwellenländer wurden mit dem BIP in Kaufkraftparitäten aus dem Maddison Project gewichtet und gemittelt, wobei ein Land jeweils nur in den Jahren eingeht, für die Daten vorliegen; die Schwellenländer werden mangels Datenqualität erst ab 1950 gezeigt.
Liniendiagramm der Bruttoschulden des Gesamtstaats in Prozent des BIP von 1880 bis 2025, mit markierten Phasen für den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg und die Finanzkrise. Industrieländer liegen zwischen rund 30 Prozent (1913) und rund 130 Prozent (1946), zuletzt bei rund 113 Prozent. Schwellenländer, ab 1950 dargestellt, liegen zwischen rund 18 Prozent (1951) und rund 78 Prozent (2025).
Energiekrisenmaßnahmen, kumuliert bis inklusive 2025, in Milliarden Euro
Fast 17 Milliarden Euro hat der österreichische Staat seit 2022 ausgegeben, um die Folgen der Energiekrise abzufedern. Allein im Jahr 2022 waren es 8,3 Milliarden.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Ausgaben für Bildungseinrichtungen nach Bildungsstufe, in Prozent des BIP, im Jahr 2023
Während wir bei den Hochschulen fast an der europäischen Spitze liegen, geben wir für frühkindliche Bildung weniger aus, als die meisten EU-Länder. Dabei entscheidet sich genau in den ersten Jahren, ob Kinder später mithalten können. Wir sparen dort, wo jeder Euro am meisten bewirken würde und sind dort großzügig, wo mithilfe von Studieng
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
2.800 Euro pro Kopf. So viel zahlt jeder Erwerbstätige in Österreich 2029 allein an Zinsen für die Staatsschulden. Insgesamt wird der Staat 2029 12,6 Milliarden Euro an Zinsen zahlen.
Die alte Bildungskarenz wurde dafür nicht repariert. Sie wurde eingestellt, ein neues Modell kam an ihre Stelle.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen