Eigentlich kann man das Experiment, das Graz wagt, nur begrüßen. Nun hat der moderne Kommunismus endlich die Chance zu beweisen, dass er Wohlstand schaffen kann.
Die warmherzige Elke Kahr wird mit ihrem fulminanten Sieg in ganz Österreich gefeiert. Warum auch nicht? Wohnen für alle leistbar machen, für gleiche Einkommensverteilung sorgen, das Land fairer gestalten! Wer könnte dagegen sein? In Zeiten der großen Krisen sehnt man sich nach Sicherheit. Der „Standard“ nennt sie die „unprätentiöse Welt-Bürgermeisterin“, die deutsche „TAZ“ bricht den Erfolg auf zwei Worte herunter: „Integrität und Bezahlbarkeit.“
„Bezahlbarkeit“ ist ein gutes Stichwort. Der Eigenbetrieb Wohnen Graz schreibt Verluste in Millionenhöhe. Dass Kahr sagt, er sei „nicht gewinnorientiert“, überrascht wenig: Kommunisten waren das noch nie. Überraschend wäre, wenn sie anerkennen würde, dass Gewinne keine Gier sind, sondern die Voraussetzung, morgen noch Wohnungen sanieren zu können. Bequem, denn für die Verluste haftet die Stadt Graz. Doch wer ist die Stadt Graz?
Der österreichische Föderalismus gibt die Antwort: Wir alle. Wenn Graz Verluste schreibt, hebt es die Hand, ruft einmal laut „Finanzausgleich” und schon ist jeder österreichische Steuerzahler Grazer im Herzen. Wer sich auf die Logik dieses Freiluftexperiments verlässt — Wohlfühlpolitik wird sich früher oder später als unwirksam entlarven — hat Pech gehabt. Im Föderalismus schlagen die Kosten lokaler Politik nie dort auf, wo man sie verursacht. Die Grazer spüren die Wärme, die Rechnung begleicht der österreichische Steuerzahler. Und während das ganze Land ein diffuses Unbehagen beschleicht, dass die Politmitte keine Probleme löst, gedeiht an den Rändern genau die Sehnsucht, die Kahr so meisterhaft bedient.
(erstmals erschienen am 02.06.2026 in “Kleine Zeitung”)
Warum Österreichs Schüler so wenig über Wirtschaft wissen. Und warum das nicht gut ist.
Was ist ein Markt? Wie bilden sich Preise? Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn? Viele Österreicher wissen das nicht; die Welt der Ökonomie ist ihnen ein Rätsel und deshalb oft auch unheimlich. Ein Schulfach Wirtschaft würde diese Defizite schon bei den Jüngsten beheben – und eine Menge Irrtümer aus der Welt schaffen.
Österreich profitiert seit Jahrzehnten von einem Wirtschaftssystem, das ziemlich viele Menschen im Land für böse und ungerecht halten: dem Kapitalismus.
Lässt sich mit weniger Arbeit die Personalnot bekämpfen? Oder mit mehr Geld die Inflation? Natürlich nicht. Das wissen auch jene, die solche Forderungen aufstellen.
Franz Schellhorn meint, dass die Regierung selbst den Boden für die linken und rechten politischen Ränder bereite, indem sie die Menschen unterschiedslos für bedürftig erkläre und mit Geldgeschenken überhäufe.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen