Oxfams Berichte zur globalen Ungleichheit finden viel Aufmerksamkeit. Mit Fakten haben sie wenig zu tun. Die Behauptungen halten keiner Überprüfung stand.
„Milliardäre so reich wie nie – die halbe Welt ist arm.“ So fiel vor wenigen Tagen das Resümee der Entwicklungsorganisation Oxfam aus. Vom Rekordreichtum der Milliardäre, steigender Vermögenskonzentration und enormer Ungleichverteilung ist da die Rede. Die zwölf reichsten Menschen der Welt würden inzwischen mehr Vermögen besitzen als die ärmste Hälfte der Menschheit.
Es sind reißerische Schlagzeilen, die jedes Jahr pünktlich zum Start des Weltwirtschaftsforums in Davos medial die Runde machen. Doch einer faktischen Überprüfung halten die Meldungen nicht stand. Ohne einen tiefen Griff in die methodische Trickkiste würde die Argumentationskette rasch in sich zusammenfallen.
Es hapert nämlich schon bei den ökonomischen Grundbegriffen: Einkommen misst, was jemand verdient. Vermögen misst, was jemand besitzt. Für Oxfam scheint dieser Unterschied nicht so wichtig zu sein. Anders ließen sich absurde Aussagen wie „Elon Musk verdient in vier Sekunden das durchschnittliche weltweite Jahreseinkommen“ kaum erklären. Dafür dividiert Oxfam auf abenteuerliche Weise Musks virtuellen Vermögenszuwachs innerhalb eines Jahres durch das schätzungsweise weltweite Durchschnittseinkommen. Ein Witz. Wenn die Börsen mal wieder nach unten drehen, dürfen wir uns wohl auf die Oxfam-Schlagzeile „Musk ärmster Mensch aller Zeiten“ freuen.
Und wie kann eigentlich – zumindest nach Oxfam – die Hälfte der Welt unter Armut leiden? Auch hier liegt der Kniff in der Definition. Statt die gängige absolute Armutsgrenze von 2,15 Dollar pro Tag heranzuziehen, wird einfach von 8,30 Dollar ausgegangen; ein Wert der aber nur für Länder mit mittleren bis hohen Einkommen, beispielsweise Brasilien, China oder Montenegro relevant ist. Auf diese Weise leben plötzlich 3,8 Milliarden Menschen in Armut. Das ist nicht nur eine geschmacklose Übertreibung, die den Millionen Menschen, die tatsächlich weiterhin arm sind, wenig hilft. Sie verschleiert auch, dass der Anteil absoluter Armut seit Jahrzehnten sinkt.
Es verwundert nicht, dass die suggerierten Zusammenhänge ökonomisch keinen Sinn ergeben. Das Leiden der weiterhin Armen ist eben nicht einfach die Kehrseite der Vermögenssumme der Reichen. Ihre Investitionen in der von Globalisierung gekennzeichneten zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts waren es, die Millionen Menschen zu einem besseren Leben verholfen haben. Und weil Armut eben keine reine Verteilungsfrage ist, laufen die politischen Schlussfolgerungen ins Leere. Die Forderung nach einer Vermögenssteuer, die wie das Amen im Gebet der Höhepunkt jeder Oxfam-Analyse ist, trotzt jeglichem Versuch einer sachlichen Begründung. Elon Musk ist nicht reich, weil Millionen Afrikaner arm sind. Daher würde es ihnen auch nichts bringen, wenn er weniger Geld hätte. Armut hat andere Ursachen: Schwache Institutionen, schlechte klimatische Bedingungen, Korruption, Kriege oder geografische Rahmenbedingungen, fehlende Jobs sowie geringe Produktivität.
Wer Armut ernsthaft bekämpfen will, muss auf Wachstum, Handel und internationale Kooperation setzen, nicht auf moralische Empörung oder protektionistische Fantasien. Gerade Europa – so auch Österreich – sollte sich davor hüten, den eigenen Wohlstand durch Abschottung verteidigen zu wollen. Kein Land der Welt wächst im Alleingang. Wirtschaftliche Zusammenarbeit schlägt ideologischen Klassenkampf. Das ist keine provokante These, sondern das empirisch belegte Rezept für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand.
(erstmals erschienen am 24.01.2026)
Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. So lauten die gängigen Schlagzeilen. Die kürzlich veröffentlichten „Distributional Wealth Accounts“ der EZB, eine Datenbank, die Vermögensdaten endlich analysierbar macht, zeigen aber ein anderes Bild. Seit dem Jahr 2011 hat sich die Vermögensungleichheit in Österreich reduziert, w
In Österreich ist es mittlerweile schwierig, sich aus eigener Kraft ein Vermögen aufzubauen. Das liegt auch daran, dass Sparformen wie Sparbuch oder Lebensversicherung – die beliebtesten Anlageformen der Österreicher – kaum Ertrag abwerfen.
Wer sich für 400.000 Euro eine Wohnung kauft, muss in Summe 808.000 an den Staat abliefern. Und wir wundern uns, dass kaum noch jemand arbeiten will.
In Österreich wird immer wieder die ungleiche Vermögensverteilung beklagt. Tatsächlich sind die Vermögen ungleich verteilt, während die Einkommen nach Steuern und Transfers sehr gleichmäßig verteilt sind. Das ist typisch für einen Wohlfahrtsstaat. In der Statistik fehlt allerdings die Altersvorsorge, die bei uns über die öffentliche Hand
Spätestens seit der Wahl des neuen SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler ist die Diskussion um die Einführung einer Vermögensteuer in Österreich wieder entbrannt.
Wieder einmal keimt die Vermögensteuerdebatte auf
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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