Wir müssen uns um das Pflegesystem kümmern. Die Pflege ist ein institutionelles Flickwerk. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen künftig häufiger unterstützt werden. Und die Kosten – rund fünf Mrd. Euro für Bund, Länder, Gemeinden, eine Mrd. Euro für Private – sind hoch und werden noch deutlich steigen. Diese unbequeme Wahrheit ist offenbar nicht zumutbar.
Eine Pflegeversicherung – solidarisch oder privat finanziert – wird politisch abgelehnt. Das Geld solle lieber “der Staat” aufstellen, und es “aus dem Budget” finanzieren, weil eine Versicherung “die Menschen belaste”. Dass der Staat kein Geld hat, sondern nur das Geld der Steuerzahler, wird da ignoriert. Lieber wird etwa eine Erbschaftssteuer in die Diskussion geworfen, obwohl sie – wenn sie etwa ab einer Mio. Euro greift – recht wenig einbringt. Mit dieser Freigrenze mögen 500 Mio. Euro realistisch sein. Doch um den Betrag werden die Pflegekosten bereits bis 2021 gestiegen sein.
Tatsächlich gibt es vier Ansätze: Die Pflege weiter aus dem Budget, auf Kosten anderer Posten, finanzieren. Die Sozialversicherungsbeiträge anheben. Eine private Versicherungspflicht wie in Holland einführen. Oder ein steuerfreies Pflegekonto schaffen, in das alle Beschäftigten einzahlen. Wird das Geld gebraucht, ist es da. Wird es nicht gebraucht, geht es an die Erben. Klar ist: Wenn die Diskussion mit dem Stehsatz „das kommt aus dem Budget“ endet, ist das zwar politisch billig – wird ökonomisch aber teuer.
Lukas Sustalas zweiwöchige Kolumne im Kurier: Pro und Contra mit Agnes Streissler-Führer (29.03.2019).
Es ist absolut richtig, dass Familien mit wenig Einkommen Unterstützung brauchen. Niemand stellt infrage, dass der Sozialstaat denen helfen soll, die es schwer haben. Doch unsere neue Grafik zeigt ein Problem, das immer offensichtlicher wird.
„Du schaffst Regulierung, die erzeugt Bürokratie – und das provoziert Lobbying.“
Die öffentliche Hand besitzt gewaltige Teile der österreichischen Wirtschaft. Zeitgemäß ist das nicht. Privatisierung ist das Gebot der Stunde. Am Ende gewinnen alle.
In keinem anderen EU-Land diesseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs gehört ein so hoher Anteil der Wirtschaft der öffentlichen Hand wie in Österreich.
Das Beteiligungsportfolio des Bundes ist gewaltig.
Über 5.600 Unternehmen werden in Österreich von der öffentlichen Hand kontrolliert.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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