Foto: © Credits Deloitte/feelimage
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Mehr als 200.000 Jobs in österreichischen Betrieben wären sofort zu besetzen – wenn sich Bewerber finden ließen. Der Personalmangel wird immer größer. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Teilzeitquote, vor allem bei Frauen. Gut die Hälfte der erwerbstätigen Frauen in Österreich arbeiten Teilzeit. In manchen Altersgruppen geht dieser Wert sogar über 70 Prozent hinaus.
Kinder sind in den meisten Fällen der Grund, warum Frauen beruflich kürzer treten. Doch das gilt nicht immer, wie eine Studie der Agenda Austria zeigt: Von den kinderlosen 45- bis 54-Jährigen arbeitet ebenfalls fast jede zweite nur in Teilzeit. Warum ist das so? Dieser Frage gehen wir im aktuellen Podcast nach. Auskunft gibt Elisa Aichinger, die beim Beratungsunternehmen Deloitte für den Bereich „soziale Innovation“ zuständig ist – also Unternehmen zum Beispiel beim Umgang mit dem Arbeitskräftemangel berät.
Betreuungspflichten seien noch immer der Hauptgrund, wenn Frauen Teilzeit arbeiten, sagt die Expertin im Podcast. „Aber es gibt auf dem Arbeitsmarkt auch eine Werteverschiebung. Die Frage ist für viele Menschen, wie viel Platz die Arbeit im Leben haben soll.“ Frauen seien davon auch deshalb stärker betroffen, weil sie öfter in Branchen mit geringeren Löhnen tätig sind. „Wenn sich in einer Paarbeziehung einer entscheidet, weniger zu arbeiten, ist es häufig die Frau, weil der finanzielle Verlust nicht so hoch ist.“ Dazu komme, dass Frauen die eigenen Karrierechancen oft als geringer einschätzen. „Auch das kann dazu führen, dass die Entscheidung für Teilzeit leichter fällt“, erklärt Aichinger.
Für den Sozialstaat ist der Teilzeitboom ein Problem. Aber lässt sich daran etwas ändern? „Die Politik kann nur die Rahmenbedingungen verbessern, etwa durch mehr Kinderbetreuung“, meint die Expertin. „Und sie kann dafür sorgen, dass sich Arbeit lohnt. Die Abschaffung der kalten Progression war sicher ein Schritt in die richtige Richtung.“
Ganz grundsätzlich habe die berufliche Karriere für viele Menschen heute nicht mehr den Stellenwert, den sie für frühere Generationen hatte, sagt Elisa Aichinger. Sie sieht dafür mehrere Gründe: Die Pandemie habe dazu geführt, dass Menschen sich die Sinnfrage stellten und ihre Prioritäten neu ordneten. Außerdem seien die eigenen Eltern – „die Generation Workaholics“ – für die heute Jungen oft kein gutes Vorbild gewesen. „Es gibt sicher einige, die sagen, so will ich das nicht haben.“ Dazu komme, dass gewisse Statussymbole wie etwa ein dickes Auto an Bedeutung verloren hätten. Und gar nicht wenige Menschen seien von vornherein entmutigt, weil es schwierig geworden sei, sich nur mit Arbeit einen gewissen Wohlstand aufzubauen.
Was sagt die Beraterin Unternehmern, die nicht wissen, wie sie ihre offenen Stellen besetzen sollen? „Die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt haben sich umgekehrt. Unternehmen müssen heute wirklich darüber nachdenken, wie sie als Arbeitgeber attraktiv werden“, sagt Elisa Aichinger. Dafür sei es wichtig, mit dem Markt zu kommunizieren und ein authentisches Bild des eigenen Betriebs zu vermitteln. „Aber vor allem muss ich mich mit der Zielgruppe an Mitarbeitern auseinander setzen. Genauso, wie man das als Unternehmer ja auch mit den Kunden macht. Oft geht es den Leuten gar nicht in erster Linie um monetäre Aspekte, sondern um andere Dinge, die ihnen wichtig sind.“
Aichinger rät Personalchefs, nicht nur nach fix und fertig ausgebildeten Mitarbeitern zu suchen, sondern nach Menschen mit Potenzial, die noch etwas lernen wollen. „Wir machen das bei Deloitte auch so“, erzählt Aichinger. „Ein Mangelberuf bei uns ist seit Jahren die Personalverrechnung. Vor einigen Jahren haben wir damit begonnen, nicht mehr ganz junge Quereinsteiger auszubilden. Das funktioniert sehr gut.“
Zur Person:
Elisa Aichinger, 42. Als Partner bei Deloitte Consulting verantwortet sie den Bereich Social Innovation und berät Unternehmen bei aktuellen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel. Elisa Aichinger ist auch als Vortragende an Fachhochschulen und bei Seminaranbietern tätig.
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