Von Christi Geburt an bewegte sich die Wirtschaftsleistung pro Kopf etwa 1.800 Jahre lang kaum vom Fleck. Wer arm zur Welt kam, ist arm gestorben. Wer reich geboren wurde, hat das Diesseits reich verlassen. In den folgenden 200 Jahren hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich pro Kopf mehr als verdreißigfacht, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt.
Auslöser dieses enormen Wachstumsschubs war die industrielle Revolution. Für zahlreiche Menschen bedeutete sie damals einen radikalen Umbruch, der vielen den Job kostete. Für die nachkommenden Generationen war die große Disruption jener Zeit der Fahrstuhl nach oben. So stieg hierzulande zwischen den Jahren 1820 und 2016 das BIP pro Kopf von 1.230 Euro auf 43.640 Euro. Zu keiner Zeit der Geschichte gab es einen so breiten Massenwohlstand wie heute. Und das ist eine durchaus frohe Botschaft.
Quartale, bis das reale BIP pro Kopf seinen bisherigen Höchststand wieder erreicht
Österreich ist außergewöhnlich schlecht darin, sich von Krisen zu erholen. Die große Finanzkrise, die Pandemie und die aktuelle Rezession: andere europäische Staaten erreichen ihr wirtschaftliches Vorkrisenniveau viel schneller.
Anteil des realen BIP-Zuwachses pro Kopf, der in Altersausgaben des Staates floss, 2008 bis 2024, in Prozent
Seit 2008 ist das reale BIP pro Kopf in Österreich um gut 4 % gewachsen, die realen staatlichen Altersausgaben pro Kopf um fast 30 %. Von jedem zusätzlichen Euro Wirtschaftsleistung pro Kopf gingen damit rechnerisch 79 Cent in höhere Pensionen, Pflege und andere Altersleistungen.
Durchschnittliches reales BIP-Wachstum 2026 bis 2031, in Prozent
Die neue Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds ist für Österreich verheerend. Bis 2031 werden von 189 Ländern 182 schneller wachsen als wir.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Anteil des Staatskonsums an der Wirtschaftsleistung, in Prozent von 1995 bis 2027, in Östereich
Österreich stemmt sich gegen die Flaute. Seit Jahren versucht der Staat, die weggebrochenen privaten Investitionen durch öffentliche zu ersetzen (allerdings ohne Erfolg).
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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