Österreich ist außergewöhnlich schlecht darin, sich von Krisen zu erholen. Die große Finanzkrise, die Pandemie und die aktuelle Rezession: andere europäische Staaten erreichen ihr wirtschaftliches Vorkrisenniveau viel schneller.
Grund dafür ist, dass wir mit viel Geld den Strukturwandel verhindern und die Krisenkosten für alle abfedern. Das ist teuer, verhindert Marktbereinigung, und führt zu einem instabilen Staatshaushalt, der wiederum hohe Steuern und große Schuldenberge nach sich zieht.
Gerade machen wir wieder den gleichen Fehler. Die Schweiz, Schweden und der Euroraum haben die Rezession der letzten Jahre schon überwunden; die USA hatten gar keine. Mit Deutschland, das ein Quartal früher zu schrumpfen begonnen hat, matchen wir uns noch um die längere Krise. Wir sollten aufhören, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen und jede Krise mit Geld zuzuschütten.
Quellen: Agenda Austria auf Basis von Daten der OECD und des CEPR.
Dargestellt ist die Anzahl der Quartale, die das reale, saisonbereinigte BIP pro Kopf in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Schweden, dem Euroraum und den USA nach der Finanzkrise 2008/09, der Pandemie 2020 und der Rezession 2023/24 brauchte, um seinen bisherigen Höchststand wieder zu erreichen. Gezählt wird ab dem historischen Höchststand vor dem Krisentiefpunkt bis zum ersten Quartal, in dem dieser Wert wieder erreicht wird. Schraffierte Säulen kennzeichnen Länder, deren BIP pro Kopf den Vorkrisenhöchststand bis zum aktuellen Datenstand (2. Quartal 2026) noch nicht wieder erreicht hat. Bei ihnen gibt der Wert die bisher verstrichenen Quartale an. Für die USA wird in der Rezession 2023/24 der Wert null ausgewiesen, weil das BIP pro Kopf dort in diesem Zeitraum nicht unter seinen Höchststand gefallen ist.
Das Säulendiagramm zeigt, wie viele Quartale das reale BIP pro Kopf nach drei Krisen brauchte, um seinen bisherigen Höchststand wieder zu erreichen. Nach der Finanzkrise 2008/09 waren es in Österreich 36 Quartale, im Euroraum 32, in den USA 21, in der Schweiz 20, in Schweden 15 und in Deutschland 12. Nach der Pandemie 2020 lauten die Werte 13 für Österreich, 9 für Deutschland, 8 für den Euroraum, 7 für die Schweiz, 6 für Schweden und 5 für die USA. In der Rezession 2023/24 haben Österreich nach 16 und Deutschland nach 17 Quartalen ihren Höchststand noch nicht erreicht (schraffiert). Die Schweiz brauchte 10, Schweden 9, der Euroraum 8, die USA 0.
57 Prozent der Menschen mit hohem Haushaltseinkommen und hoher Finanzkompetenz haben im vergangenen Jahr in Wertpapiere investiert. Bei Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Finanzkompetenz waren es nur 14 Prozent.
Monatlicher Sozialhilfesatz je Kind nach Zahl der Kinder im Haushalt, in Euro
Ein Schritt in die richtige Richtung – aber mit begrenzter Wirkung.
Zusammensetzung des Geldvermögens der privaten Haushalte in Österreich, 2. Quartal 2026
Über 35 Prozent des privaten Finanzvermögens der Österreicher liegen als Bargeld unter den Kopfkissen oder als Einlagen auf den Bankkonten und Sparbüchern.
Staatsschulden (brutto) in Prozent des BIP, Euro-Länder und EU-Staaten ohne Euro, 2000 bis 2025
Die Euro-Länder haben deutlich höhere Schulden als die EU-Staaten ohne gemeinsame Währung. Daran ist der Euro nicht schuld - aber besser gemacht hat er es auch nicht.
Rang Österreichs unter den EU-27 bei der Arbeitslosenquote (1 = niedrigste Quote); grau: Quote in Prozent
Vor nicht allzu langer Zeit war Österreich bei der Arbeitslosigkeit die Nummer eins in der EU. 2011 hatte kein Land eine niedrigere Quote als wir. Heute reicht es nur noch für Platz 15.
Anteil des realen BIP-Zuwachses pro Kopf, der in Altersausgaben des Staates floss, 2008 bis 2024, in Prozent
Seit 2008 ist das reale BIP pro Kopf in Österreich um gut 4 % gewachsen, die realen staatlichen Altersausgaben pro Kopf um fast 30 %. Von jedem zusätzlichen Euro Wirtschaftsleistung pro Kopf gingen damit rechnerisch 79 Cent in höhere Pensionen, Pflege und andere Altersleistungen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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