Der Insolvenz-Entgelt-Fonds steht auf finanziell wackeligen Beinen.
Er wird von den Arbeitgebern gespeist und deckt bei Insolvenzen die Ansprüche der Arbeitnehmer. Wie unsere Grafik zeigt, ist die finanzielle Schieflage völlig erwartbar. Der Beitragssatz zum Fonds ist in Österreich niedriger als beim deutschen Äquivalent – das sollte auch so bleiben. Aber entsprechend müssten auch die Auszahlungen kleiner sein, als aktuell der Fall ist. Österreich unterstützt nach einer Insolvenz doppelt so lange wie Deutschland, der monatliche Maximalbetrag ist um mehr als 5.000 Euro höher. Um die Budgetmisere des Insolvenz-Entgelt-Fonds zu beenden, muss er auf der Ausgabenseite sparsamer werden und Bezugsdauer wie monatliche Deckel nach unten schrauben.
Quellen: Agenda Austria, WKO. Rechtsgrundlagen sind das österreichische Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetz (IESG) sowie in Deutschland die §§ 165 ff. SGB III und die Insolvenzordnung (InsO). Verglichen werden drei Parameter: der Zeitraum, für den offene Entgeltansprüche vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens gesichert sind, der monatliche Höchstbetrag der Leistung im Jahr 2026 und der Beitragssatz, mit dem Arbeitgeber die Sicherung finanzieren. Der österreichische Höchstbetrag entspricht der doppelten monatlichen ASVG-Höchstbeitragsgrundlage (2026: 6.930 Euro), der deutsche der Beitragsbemessungsgrenze der Arbeitslosenversicherung (2026: 8.450 Euro monatlich). Beim Beitragssatz handelt es sich in Österreich um den IESG-Zuschlag von 0,10 Prozent, in Deutschland um die Insolvenzgeldumlage von 0,15 Prozent; beide werden allein von den Arbeitgebern getragen und auf das beitragspflichtige Entgelt bis zur jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage eingehoben. Nicht dargestellt sind Unterschiede in der Bemessung der Leistung selbst sowie weitere gesicherte Ansprüche wie Abfertigungen, Urlaubsersatzleistungen oder Schadenersatz; die Anmerkung zur Kündigungsentschädigung nennt einen dieser Unterschiede.
Die Grafik vergleicht in drei Säulenpaaren die Insolvenz-Entgeltsicherung in Österreich (IESG) und in Deutschland (SGB III, InsO). In jedem Paar steht die orange Säule für Österreich, die blaue für Deutschland. Beim gesicherten Zeitraum stehen sechs Monate in Österreich drei Monaten in Deutschland gegenüber. Beim monatlichen Deckel liegt Österreich 2026 bei 13.860 Euro, Deutschland bei 8.450 Euro. Beim Arbeitgeberbeitrag zur Finanzierung liegt Österreich bei 0,10 Prozent, Deutschland bei 0,15 Prozent. Unter den Säulenpaaren stehen die Beschriftungen „doppelt so lang”, „höherer Schutz” und „niedrigerer Beitragssatz”, jeweils bezogen auf Österreich. Eine Anmerkung weist darauf hin, dass Kündigungsentschädigungen für die gesetzliche bzw. kollektivvertragliche Kündigungsfrist in Österreich vollständig durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds abgesichert sind, während in Deutschland dafür grundsätzlich kein Insolvenzgeldanspruch besteht.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
reale Unternehmensinvestitionen, Index (2019 = 100)
Die Pandemie ist lange vorbei, die heimische Investitionsschwäche nicht. Real investieren Österreichs Unternehmen heuer um sechs Prozent weniger als 2019. In den USA liegen die Investitionen um 26 Prozent über dem Vorkrisenniveau, in Italien um 29 Prozent, im Vereinigten Königreich um 11 Prozent. Selbst die EU hat den Rückstand aufgeholt. Schw
PISA-Punkte 2025, Mittel aus Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften
Zugewanderte Schüler schneiden bei PISA 2025 in Österreich im Schnitt um 58 Punkte schlechter ab als ihre österreichischen Mitschüler. Umgerechnet in österreichische Lernjahre sind das 2,5 Schuljahre Rückstand.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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