Die Welt wird immer schlechter, die Reichen immer reicher: Warum uns unser Bauchgefühl in die Irre führt und wie gefährlich Halbwissen für die Politik ist.
Es gilt als moralische Allgemeinbildung, dass die Welt immer schlimmer wird. Die Welt hat noch nie so viele Kriege, so schlimme Krankheiten und so viel Armut gesehen wie heute. Und natürlich wird die Welt auch immer ungerechter. Die Reichen beuten in jedem Jahr die hart schuftende Arbeiterschafft aus. Das sagt uns nicht nur das Bauchgefühl, das sagen uns auch unzählige Medienberichte. Karl Marx, Gewerkschaften und Sozialdemokratie sind gegen dieses vermeintliche Naturgesetz wie es scheint machtlos. Jede bisher getroffene Maßnahme um dieser Entwicklung Herr zu werden, ist offenbar gescheitert. Wer in die offiziellen Statistiken schaut, der stellt mit Erstaunen fest, dass sich das Bauchgefühl partout nicht belegen lässt. Kann es sein, dass die Welt gar nicht so schlimm ist? Wird sie gar besser, entgegen den täglichen Meldungen? Aber nein, die Fakten können nicht stimmen. In den Daten, die ein durchaus entspanntes Bild zeigen, würden die versteckten Vermögen der Superreichen fehlen, wie immer wieder zu hören ist. Bei Befragungen lügen die Menschen, aber natürlich nur die Reichen. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Und so häufen sich die Veröffentlichungen von Banken, NGOs und Interessensvertretungen, die in regelmäßigen Abständen die Welt der Reichen vermessen. Jahrelang wollte uns die Hilfsorganisation Oxfam einreden, dass Musk, Bezos, Gates & Co. reicher wären als die südliche Erdhalbkugel zusammen. Woher sie das wissen? Aus geschätzten Vermögensstudien und Reichenlisten. Ein paar wackelige Zahlen in ein methodisches Rechenmodell und schon sieht das sehr seriös aus. Die Credit Suisse tut so, als würde sie wissen, wie viel Vermögen die Syrer, Eritreer oder eben auch Österreicher oder Deutsche besitzen. Nicht nur von den eigenen Kunden, sondern im Durchschnitt der Bevölkerung.
Nun kann man sich für diese Berichte interessieren oder auch nicht. Problematisch wird es, wenn Auswertungen dieser Art als Grundlage für Politik herangezogen werden. Der österreichische Finanzminister hängt ja auch deshalb so an der Idee der Vermögensteuer, weil sein ehemaliger Arbeitgeber jede Menge Studien verfassen ließ, die belegen sollen, dass „Überreichtum“ ein Problem sei. Man solle dieses Geld laut Arbeiterkammer doch bitte an bedürftige Menschen verteilen. Auch wenn nicht einmal die Regierung weiß, wer das ist. Dass wir in Wahrheit überhaupt keine Ahnung haben, wer wie viel hat, geschweige denn ob das Vermögen steigt oder sogar zu viel sein könnte, spielt keine Rolle. Es geht darum, den alles regulierenden und alles kontrollierenden Staat für neue Eingriffen zu begeistern. Strompreise oder Mieten, jegliches Lebensrisiko, was wir essen oder verbrennen dürfen und eben auch, wer wie viel Vermögen besitzen darf: Alles reguliert und kontrolliert der Staat.
Das finden viele Menschen gut. Gute Menschen gibt es ja zu genüge. Menschen, die genau wissen, was das Beste für alle anderen ist. Das für sich ist schon problematisch. Aber was, wenn es plötzlich nicht mehr der gute Mensch ist, der das entscheidet? Sondern ein Donald Trump oder religiöser Führer? Es gibt gute Gründe, warum ein Staat einige Aufgaben erfüllen soll. Es gibt aber noch mehr gute Gründe, warum er sich aus ganz vielen Angelegenheiten raushalten sollte.
Gastkommentar von Hanno Lorenz in der ‘Presse’ (27.6.2025).
„Ein Preisdeckel bedeutet letztlich, dass der Staat die Entscheidungen von Millionen Menschen durch die Entscheidungen einiger Politiker und Beamter ersetzt.“
Die Politik beklagt sich über Marktversagen im Energiesektor, obwohl sie dort selbst das Sagen hat. Nun hackt sie wieder auf der armen Merit-Order herum. Die kann aber rein gar nichts für Staatsversagen.
Ein neues Lohntransparenzgesetz soll für mehr Fairness sorgen – produziert aber vor allem mehr Bürokratie. Der administrative Aufwand für Unternehmen wächst weiter, ohne dass damit die eigentlichen Ursachen des Gender Pay Gap adressiert werden.
Um sich einen Liter Benzin kaufen zu können, müssen insgesamt 3,34 Euro erwirtschaftet werden. Doch in das eigentliche Produkt fließt nur ein kleiner Teil: 85 Cent entfallen auf den Benzin-Nettopreis und 2,49 Euro bestehen aus Steuern und Abgaben.
Was für Autofahrer ein Schock ist, ist für den Staat ein gutes Geschäft. Fließt ein Liter Super für 1,70 Euro in den Tank, gehen etwa 48,2 Cent Mineralölsteuer, rund 12,5 Cent CO₂-Abgabe und rund 28 Cent Mehrwertsteuer an den Staat.
Der Weltfrauentag ist ein Tag, an dem österreichische Frauen laut auf ihre Benachteiligung hingewiesen werden. Deutlich leiser bleibt die Debatte darüber, wo Freiheit tatsächlich unter Druck gerät.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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