Wer hätte das gedacht: Da kürzt man mal eben alle Förderungen im Land zusammen. Und schon sind alle böse.
Plötzlich finden die Österreicher ihre alten Gasheizungen gar nicht mehr so schlecht. Nachdem der Fördertopf „Raus aus Öl und Gas“ kurz vor Ende letzten Jahres unter dringenden Zurufen von Branchenvertretern hastig und viel früher als geplant leergeräumt wurde, ist der Wärmepumpenmarkt zusammengebrochen. Kein Wunder. Die armen Häuslbauer sollen für ihre Investitionsentscheidungen plötzlich selbst bezahlen, können dabei aber auf keinerlei Erfahrung zurückgreifen. Wie Rehe im Scheinwerferlicht sind sie erstarrt und tun erst einmal gar nichts. Schon klopfen die Heizungslobbyisten bei Klimaminister Norbert Totschnig an und fragen ihn nicht etwa, ob es wieder eine Förderung geben wird; sie fragen nur wann und wie hoch.
Dabei bräuchte es gar kein Steuergeld, um das Geschäft wieder anzukurbeln. Totschnig könnte auch einfach eine Pressekonferenz einberufen und den Journalisten des Landes in die Blöcke diktieren: „Es gibt keine Förderung mehr. Nie mehr.“ Am nächsten Tag wären die Wärmepumpen plötzlich billiger und die Auftragsbücher der Monteure würden sich wieder füllen. So war es auch bei der Abschaffung der Kaufprämien für Elektroautos im letzten Jahr. Plötzlich konnten die Hersteller ihre Preise um das Niveau der ausgelaufenen Prämien senken. Zufälle gibt’s. Und so kaufen die Österreicher weiter kräftig E-Autos. Auch ohne Subvention.
NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger sprach diese Woche einmal mehr von der Taskforce, die bei den Förderungen ausmisten soll. Die steht aber schon seit Februar im Koalitionsprogramm; die paar Hundert Millionen Euro pro Jahr, die man ihr zu finden zutraut, sind im Budget schon fest verplant. Eine Taskfarce. Und nur ein weiterer Beweis dafür, dass das Förderwesen auf konventionelle Weise nicht mehr reformierbar ist.
Ein etwas soliderer Zugang tut Not. Die Agenda Austria hievte vor zwei Wochen auf dem Titel ihres neuen Policy Briefs symbolisch einen überdimensionierten Rotstift ins Parlament, um mit dem überbordenden Förderwesen in Gänze tabula rasa zu machen. Doch mit der Tatsache konfrontiert, dass in Österreich derzeit praktisch jeder und jede in den Genuss von direkten und indirekten Förderungen kommt, kochten die Gemüter hoch. Es riefen sowohl diejenigen erbost bei uns an, die Förderungen erhalten, als auch die, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, sie zu verteilen. Kürzen müsse man natürlich schon, keine Frage. Aber sollten die eigenen Anliegen betroffen sein, dann drohe der Weltuntergang: Die Forschungsprämie streichen? Der Todesstoß für den Wirtschaftsstandort. Den Familienbonus abschaffen? Ach, die schmalen Kinderschultern also noch mehr belasten. Die PV-Förderung kassieren? Na, mit dem Klima hatten die Neoliberalen ja noch nie viel am Hut. Die Startup-Förderung einstellen? Wie gemein. Nur weil niemand mein Produkt kaufen will, heißt das ja nicht, dass meine Geschäftsidee schlecht ist. Die Agrarförderung streichen? Klar, pflastern wir doch die österreichischen Almen lieber mit Russenhotels zu.
Mit heißen Ohren aber kühlem Kopf gelangten wir zur Erkenntnis: Unser Ansatz war genau der richtige. Unser Argument war ja gerade, dass wir uns nach dem Streichen der Förderungen als Gesellschaft über das weiße Blatt beugen und überlegen sollten, was weiterhin förderwürdig ist und was nicht. Ziel erreicht.
Gastkommentar von Jan Kluge in der ‘Presse’ (22.8.2025).
Die Politik beklagt sich über Marktversagen im Energiesektor, obwohl sie dort selbst das Sagen hat. Nun hackt sie wieder auf der armen Merit-Order herum. Die kann aber rein gar nichts für Staatsversagen.
Ein neues Lohntransparenzgesetz soll für mehr Fairness sorgen – produziert aber vor allem mehr Bürokratie. Der administrative Aufwand für Unternehmen wächst weiter, ohne dass damit die eigentlichen Ursachen des Gender Pay Gap adressiert werden.
Um sich einen Liter Benzin kaufen zu können, müssen insgesamt 3,34 Euro erwirtschaftet werden. Doch in das eigentliche Produkt fließt nur ein kleiner Teil: 85 Cent entfallen auf den Benzin-Nettopreis und 2,49 Euro bestehen aus Steuern und Abgaben.
Was für Autofahrer ein Schock ist, ist für den Staat ein gutes Geschäft. Fließt ein Liter Super für 1,70 Euro in den Tank, gehen etwa 48,2 Cent Mineralölsteuer, rund 12,5 Cent CO₂-Abgabe und rund 28 Cent Mehrwertsteuer an den Staat.
Der Weltfrauentag ist ein Tag, an dem österreichische Frauen laut auf ihre Benachteiligung hingewiesen werden. Deutlich leiser bleibt die Debatte darüber, wo Freiheit tatsächlich unter Druck gerät.
Der Angriff auf den Iran hat die europäischen Gaspreise kurzzeitig in die Höhe katapultiert – ein Schock, der aber nur von relativ kurzer Dauer sein könnte.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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