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Die Konjunkturforscher kappen die Prognosen, der Ruf nach staatlichen Konjunkturprogrammen wird wieder lauter. So sieht wahre Verzweiflung aus.
In Österreich, so ist immer wieder zu hören, sind die Staatsschulden im Zuge der Krise zwar kräftig angeschwollen, verglichen mit anderen Ländern sei die Lage hierzulande aber alles andere als dramatisch. Das stimmt zwar nicht ganz, aber wer will “in Zeiten wie diesen” schon kleinlich sein. Schließlich wird es in den nächsten Wochen und Monaten ja vor allem darum gehen, die öffentliche Konjunkturkurbel ordentlich in Schwung zu bringen. Einmal mehr soll der Staat es richten, einmal mehr mit einem bis dato nicht wirklich durchschlagend erfolgreichem Konzept: Mit höheren Staatsausgaben auf Pump soll die Wirtschaft in Gang gebracht und die rasant steigende Arbeitslosigkeit unter Kontrolle gebracht werden.
Angesichts der allerorts kräftig gestutzten Konjunkturprognosen (am gestrigen Donnerstag war es auch in Österreich soweit) werden sich die europäischen Regierungen nicht lange bitten lassen. Schließlich stellt die Europäische Zentralbank (EZB) unbegrenzt Gratisgeld bereit. Insbesondere in Österreich wird der Druck auf die Regierung steigen, sich doch nicht so zu haben und endlich die Schleusen zu öffnen, zumal der finanzielle Spielraum angesichts der relativ moderaten Staatsverschuldung ohnehin vorhanden sei.
Werden die öffentlichen Verbindlichkeiten in Relation zur Wirtschaftsleistung gestellt, liegt Österreich mit 80 Prozent Staatsverschuldung tatsächlich im EU-Mittelfeld. In der Pro-Kopf-Bewertung weist Österreich hingegen die vierthöchste Staatsverschuldung innerhalb der EU auf: Pro Einwohner ist der Staat mit 30.700 Euro verschuldet, dieser Wert wird nur noch von Italien, Belgien und Irland übertroffen (siehe Grafik). Pro Erwerbstätigem sind es gar 60.000 Euro. Jeden Tag fallen 22 Millionen Euro nur für Zinsen an, allein die Stadt Wien wendet dafür mehr als 500.000 Euro pro Tag auf. Das ist nicht zuletzt das Ergebnis unzähliger staatlicher Konjunkturprogramme aus der Vergangenheit.

In diesen Zahlen noch nicht voll eingerechnet sind Verbindlichkeiten, die in öffentliche Unternehmen ausgelagert wurden, dasselbe gilt für die Haftungen der Länder und Gemeinden. Nun wäre natürlich einzuwenden, dass den Verbindlichkeiten auch öffentliche Vermögenswerte gegenüberstehen. Stimmt, aber wie hoch sind sie – und wie viel wären diese wert, würden sie auf den Markt geworfen? Eine Frage, auf die es hierzulande keine Antwort gibt.
Zweifellos hat Österreich noch immer die besten Voraussetzungen, seine finanziellen Lasten ohne fremde Hilfe zu bewältigen. Aber vielleicht versucht es die Regierung zur Abwechslung einmal mit einer anderen Strategie als mit immer höheren öffentlichen Ausgaben. So meinte der US-Ökonom Jeff Hoffman bei den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen in Alpbach: „If you want innovation and growth, send out an army of entrepreneurs! Because that is exactly what they do“. Wie Recht der Mann doch hat, zumal die Empirie eines sehr eindrucksvoll zeigt: Nicht Gratisgeld und anschwellende Staatsschulden sichern nachhaltiges Wachstum, sondern Innovation und Anstrengung. Unternehmerisches Handeln zu erleichtern kostet nicht sehr viel Geld, entfaltet dafür ungeheure Wirkung.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Österreich steckt in einer hartnäckigen Wachstumskrise und droht nun auch von seinen Staatsschulden erdrückt zu werden. Zwei EU-Länder zeigen den Ausweg.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Veränderung der Bundeseinnahmen sowie ausgewählter Ausgabenpositionen gegenüber 2025, in Milliarden
Über die nächsten Jahre sollen die Staatseinnahmen kräftig steigen. Klar, das Doppelbudget wird die Konsolidierung, anders als behauptet, ja auch vor allem auf der Einnahmenseite bemühen.
"Das ist keine Konsolidierung, es ist auch keine Sanierung des Haushalts und es ist schon gar keine ausgabenseitige Sanierung des Haushalts." - Franz Schellhorn
„Erst wenn die Hütte brennt, werden wir die wirklich heiligen Kühe zu Gulasch verarbeiten." – Gerhard Steger
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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