Es spricht nichts dagegen, dass Unternehmen freiwillig die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter verkürzen. Wenn die Produktivität dadurch steigt, werden Unternehmen das ohnehin anbieten. Wenn die Produktivität aber nicht mithält, wird die Produktion teurer. Entweder zahlen wir dann höhere Preise oder kaufen Produkte aus dem Ausland. Arbeitslosigkeit lässt sich so nicht bekämpfen.
Schon heute haben wir viele offene Stellen, trotz hoher Arbeitslosigkeit. In der jetzigen Phase Arbeitskosten zu erhöhen, wäre ein fatales Signal. Staaten sind noch nie mit weniger Arbeit aus einer Krise gekommen. Besser wäre es hier, neue Arbeitsplätze zu fördern. Der Staat sollte Anreize für Unternehmen setzen, wieder neue Arbeitsplätze zu schaffen. So ließe sich die Beschäftigung beispielsweise mit einer Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Neueinstellungen erhöhen. Eine Reduktion der Abgaben verringert die Kosten für den Arbeitgeber, ohne dass die Kaufkraft des Arbeitnehmers sinkt. Hier gibt es ein Positivbeispiel: In Schweden führte eine solche Reform zu einer höheren Beschäftigung und höheren Löhnen.
Gastkommentar von Dénes Kucsera aus „Die ganze Woche” (Nr. 36 / 2021).
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Index (2015 = 100), je geleisteter Arbeitsstunde, bis 2026.
Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Entwicklung von Bruttolöhnen und Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde von 2015-2026, in Österreich
Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Anzahl der Frauen über 60 Jahre in Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Schulung, bis Juni 2026
Der SPÖ-nahe Pensionistenverband warnt wieder einmal vor der Massenarbeitslosigkeit, die Österreich droht, wenn das Pensionsantrittsalter angehoben wird.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Durchschnittlich geleistete Arbeitsstunden je Angestellten, in Stunden pro Jahr.
Nach einem jahrzehntelangen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit ist sie 2025 wieder auf 1.374 Stunden pro Jahr geklettert - von einem (durch Corona verstärkten) Tief von 1.320 Stunden im Jahr 2020.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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