Über das Abschneiden österreichischer Schüler bei der neuen PISA-Erhebung wird viel berichtet: Dass man trotz starker Leistungsrückgänge erstmals in allen Grundkompetenzen über dem OECD-Schnitt liegt, gilt als „historischer Meilenstein". Das macht die Rückschläge nicht wett. Zudem muss man wissen, wer getestet wurde, um die Entwicklung zu beurteilen.
2015 hatte ein Fünftel der Schüler Migrationshintergrund, mittlerweile ist es fast jeder Dritte, elf Prozent sind nicht in Österreich geboren. Da Migranten rund zweieinhalb Bildungsjahre hinterherhinken, sinken die Gesamtergebnisse. Das heißt aber nicht, dass sich Österreicher verbessert haben. In Mathematik sanken ihre Ergebnisse sogar. Im Ausland Geborene konnten ihre niedrigeren Ergebnisse leicht steigern, für in Österreich Geborene haben sie sich kaum verändert. Bedauerlich: Damit fallen Einheimische sogar hinter Migranten zweiter Generation zurück, kaum sonst wo ist diese Differenz größer. Das familiäre Umfeld und die zu Hause gesprochene Sprache wirken hierzulande stärker auf die Leistung als anderswo.
Bedenklich ist, dass diese Befunde nicht neu sind. Wie im Sport wird das Bildungssystem nur besser, wenn man aktiv wird, statt zuzusehen. Am Geld scheitert es nicht: Pro Schüler investiert in der EU nur Luxemburg mehr.
Nötig sind verpflichtende Sprach- und Förderangebote sowie regelmäßige Entwicklungsfeststellungen, sonst verfestigen sich die Unterschiede. Vor allem für jene ohne Unterstützung im Elternhaus. Schulen vor Ort wissen am besten, wo die Probleme liegen; Chancenbonus und mehr Entscheidungsfreiheit für Schulen geben daher Grund zur Hoffnung. Doch die Arbeit ist damit lange nicht getan: Echter Fortschritt heißt, Schwächere nach oben zu bringen und die Standards für alle hochzuhalten.
(erstmals erschienen am 15.09.2026 in “Kleine Zeitung”
„Am stärksten wirkt es, wenn sie sich im Internet mit ihrer Religion beschäftigen. Das ist der größte Radikalisierungstreiber“ – Integrationsexperte Kenan Güngör über Religion im Netz und die Radikalisierung junger Muslime in Wien
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Anteil der 15- bis 29-Jährigen, die weder erwerbstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind, in Prozent
Lange stand Österreich hier deutlich besser da als der Rest der EU.
Ausgaben für Bildungseinrichtungen nach Bildungsstufe, in Prozent des BIP, im Jahr 2023
Während wir bei den Hochschulen fast an der europäischen Spitze liegen, geben wir für frühkindliche Bildung weniger aus, als die meisten EU-Länder. Dabei entscheidet sich genau in den ersten Jahren, ob Kinder später mithalten können. Wir sparen dort, wo jeder Euro am meisten bewirken würde und sind dort großzügig, wo mithilfe von Studieng
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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