Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Politisch sowie emotional lässt diese Idee regelmäßig die Wogen hochgehen, doch dieser Tage noch ein bisschen mehr.
In einem Szenario wird die wöchentliche Arbeitszeit von 40 auf 32 Stunden gekürzt, der Lohn bleibt gleich. Die Personalkosten für vier Mitarbeiter (Bruttolohn pro Person 3.446 Euro) belaufen sich für ein Unternehmen im Jahr 2023 auf 250.000 Euro.
“Um die weggefallenen Stunden zu kompensieren, müssten die Menschen um ein Viertel produktiver werden. Andernfalls braucht es eine zusätzliche Person, wodurch die Lohnkosten für das Unternehmen innerhalb von drei Jahren um mehr als 44 Prozent steigen”, sagt Ökonom Dénes Kucsera. “In vielen Bereichen wie der Pflege müssen Menschen da sein, da gibt es keine Alternative. Wenn Innovation eine Reduktion zulässt, sind Unternehmen gut beraten, weniger Stunden anzubieten. Aber sie müssen das selbst entscheiden”.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
in Jahren, im Jahr 2025
Im Schnitt arbeiten Österreicherinnen und Österreicher 39,1 Jahre ihres Lebens.
Durchschnittlich geleistete Arbeitsstunden je Angestellten, in Stunden pro Jahr.
Nach einem jahrzehntelangen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit ist sie 2025 wieder auf 1.374 Stunden pro Jahr geklettert - von einem (durch Corona verstärkten) Tief von 1.320 Stunden im Jahr 2020.
Einnahmen und Personalausgaben der Arbeiterkammer von 2016 bis 2025, in Österreich
Die Einnahmen der Arbeiterkammer kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Seit 2016 sind die Einnahmen der AK von knapp 480 Millionen auf rund 730 Millionen Euro gestiegen. Den größten Anteil macht die Kammerumlage aus – also die Pflichtbeiträge der Arbeitnehmer. Die Einnahmen wachsen Jahr für Jahr.
Würde Österreich so besteuern wie Dänemark, könnten einem durchschnittlichen Arbeitnehmer jeden Monat mehr als 500 Euro mehr am Konto bleiben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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