Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Im internationalen Wettbewerb bereitet das heimischen Unternehmen inzwischen große Probleme, Produktion in Österreich ist schlicht zu teuer. Kein Wunder, dass man jeden Tag von einer neuen Werksschließung lesen muss.
Wäre der Lohngewinn wenigstens durch steigende Produktivität erklärbar, wäre das alles kein Problem. Aber die Produktivität entwickelt sich seit Jahren kaum noch. Wenn nun also wieder die Herbstlohnrunden beginnen, ist damit zu rechnen, dass der Standort wieder ein wenig unattraktiver wird. Lohngewinne ohne Produktivitätszuwächse kann man sich auf Dauer nicht leisten.
Ein besseres Modell hat Schweden: Dort legt als erstes die Exportindustrie fest, wie viel mehr Lohn im internationalen Wettbewerb drin ist. Diese Marke ist die Orientierung für die übrigen Lohnverhandlungen.
Es muss zählen, was die Betriebe erwirtschaften, und nicht, wie hoch die Inflation im Vorjahr war.
Quellen: Agenda Austria, Statistik Austria.
Die Grafik zeigt drei Reihen, jeweils als Index mit dem Basisjahr 2015 = 100, bis 2026. Die erste sind die nominellen Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde. Die zweite ist der Verbraucherpreisindex (VPI). Die dritte ist die Arbeitsproduktivität, gemessen als reales Bruttoinlandsprodukt je geleisteter Arbeitsstunde. Die Bruttolöhne sind nicht preisbereinigt, die Produktivität ist preisbereinigt. Alle Reihen sind als rollierender Durchschnitt über jeweils vier Quartale berechnet, damit saisonale Schwankungen geglättet werden. Die Werte der jüngsten Quartale sind vorläufig.
Das Liniendiagramm zeigt für Österreich von 2015 bis 2026 die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde, die Verbraucherpreise und die Arbeitsproduktivität. Alle drei Reihen sind als Index mit 2015 gleich 100 dargestellt. Die Produktivität misst das reale Bruttoinlandsprodukt je Arbeitsstunde. Die nominellen Bruttolöhne steigen bis Anfang 2021 auf etwa 122. Nach einem kurzen Rückgang steigen sie ab 2022 auf zuletzt 151,87. Der Verbraucherpreisindex (VPI) steigt bis 2021 auf etwa 109 und erreicht zuletzt 140,84. Die Produktivität wächst bis 2022 auf knapp 108 und liegt zuletzt bei 106,95. Der Abstand zwischen Löhnen und Produktivität wird über den gesamten Zeitraum größer.
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Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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