Seit Oktober diskutiert die Politik über eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel – und trotzdem ist man bis heute nicht einmal in der Lage, klar zu definieren, welche Produkte eigentlich günstiger werden sollen.
Die Berechnungen, die wir hier zugrunde legen, basieren auf jenem Warenkorb, den zuletzt Die Krone kolportiert hat. Damit landet man bei rund 260 Millionen Euro Kosten. Die Regierung spricht von 400 Millionen, weil wohl noch weitere Lebensmittel hinzukommen werden. Schon jetzt ist aber klar: Die Maßnahme wird teuer und bleibt gleichzeitig wenig treffsicher.
Selbst nach Regierungslogik bleibt die Entlastung für Haushalte minimal. Ein durchschnittlicher Haushalt spart laut unseren Berechnungen nur rund 5,4 Euro pro Monat. Gleichzeitig soll eine „Preiskommission“ prüfen, ob Händler die Entlastung auch wirklich weitergeben – ein bürokratisches Monster, das für Unternehmen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Bitter ist auch: Der Einfluss auf die Inflation wird kaum zu spüren sein. Unsere Ökonomen rechnen mit rund 0,1 Prozentpunkten – das ist nicht die große Inflationsbremse.
Auch die Gegenfinanzierung bleibt ebenso fragwürdig. Gegenfinanziert werden soll das kostspielige Vorhaben über eine Abgabe auf nicht recycelbares Plastik. Dazu soll eine Paketabgabe für Drittstaatspakete, also Sendungen aus Nicht-EU-Ländern, kommen. Was über die Mehrwertsteuer links entlastet wird, wird also an anderer Stelle rechts wieder hereingeholt. Sinnvoller wäre es natürlich, keine neuen Steuern einzuführen, sondern die Ausgaben zu reduzieren. Eine Strategie, die der Regierung fremd erscheint.
Eine Steuersenkung ist zwar grundsätzlich positiv, doch hier wird an der falschen Stelle angesetzt. Statt Preise kurzfristig und symbolisch zu subventionieren, wäre es viel sinnvoller, Arbeit zu entlasten. Niedrigere Abgaben würden den Beschäftigten mehr Netto bringen, ihre Kaufkraft stärken, den Standort verbessern und echte Leistungsanreize schaffen.
In Österreich wird derzeit intensiv nach den Schuldigen für die hohen Preissteigerungen gesucht. Nach dem Energiesektor, den Vermietern und den Gaststätten sind nun die Lebensmittelhändler ins Visier der Politik geraten. Die Lebensmittelpreise in Österreich waren im März auch um fast 15 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Für viele Haushal
Die Steuereinnahmen sind auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2023 auf einem neuen Rekordhoch angekommen. Insbesondere die Umsatzsteuer konnte kräftig zulegen. Sie ist 21,2 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau.
Während die hohe Inflation die Menschen in Österreich belastet, darf sich Finanzminister Magnus Brunner über einen milliardenschweren Geldregen freuen. Insbesondere die Einnahmen durch die Mehrwertsteuer und die Lohn- bzw. Einkommensteuer werden kräftig anziehen. Bereits Inflationsraten von fünf Prozent im heurigen und drei Prozent im kommende
Die als Corona-Hilfe für Unternehmen gedachte temporäre Mehrwertsteuersenkung wurde am 30. Juni im Nationalrat einstimmig beschlossen. Ob sich daraus ein konjunktureller Effekt ergeben wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie die niedrigeren Steuern weitergegeben werden.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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