Im Jahr 2022 musste der Staat pro Erwerbstätigen noch 908 Euro an Zinsen bezahlen. 2025 waren es bereits 1.729 Euro. Und das ist erst der Anfang.
Bis 2030 steigen die Zinsausgaben je Erwerbstätigen laut Fiskalrat auf rund 2.900 Euro, das Finanzministerium rechnet sogar mit 3.030 Euro. Das ist ein Plus von rund 70 Prozent in nur fünf Jahren und deutlich mehr als beim bisherigen Höchststand im Jahr 2009.
Wie konnte es so weit kommen? In den Jahren der Nullzinsen hat sich der Staat billig verschuldet, statt die Gelegenheit für Reformen zu nutzen. Jetzt laufen alte Anleihen aus und müssen zu deutlich höheren Zinsen neu finanziert werden. Gleichzeitig wächst der Schuldenberg weiter.
Das Problem ist der Schneeballeffekt. Höhere Zinsen treiben die Defizite nach oben, höhere Defizite bedeuten mehr Schulden und mehr Schulden bedeuten noch höhere Zinsen. Je länger die Politik zuschaut, desto größer wird der Schneeball. Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, haben wir in ein paar Jahren eine Lawine vor uns.
Quellen: Agenda Austria, Eurostat, Fiskalrat, BMF.
Die Grafik zeigt die Zinsausgaben des Staates je erwerbstätiger Person in Euro. Sie deckt die Jahre 1995 bis 2025 ab, dazu kommt eine Prognose für 2026 bis 2030. Die Werte sind nominell, also nicht preisbereinigt. Für die Prognose wurden die Zinsquoten (Zinsausgaben in Prozent des BIP) des Fiskalrats und des Finanzministeriums verwendet und auf Werte je Erwerbstätigen umgerechnet. Die Zinsquoten wurden dabei auf 0,1 Prozentpunkte gerundet. Für die Zahl der Erwerbstätigen wurde ab 2026 ein Wachstum von 0,3 Prozent pro Jahr angenommen.
Das Flächen- und Liniendiagramm zeigt die Zinsausgaben des Staates je Erwerbstätigen in Österreich von 1995 bis 2025 sowie zwei Prognosepfade bis 2030, in Euro und nicht preisbereinigt. 1995 liegt der Wert bei rund 2.050 Euro, schwankt bis 2008 zwischen etwa 1.850 und 2.250 Euro und erreicht 2009 mit 2.259 Euro seinen Höchststand. Danach sinkt er fast durchgehend bis auf den Tiefstwert von 908 Euro im Jahr 2022. Bis 2025 steigt er auf 1.729 Euro. Ab 2026 zeigen zwei gestrichelte Linien die Prognosen. Laut Finanzministerium steigt der Wert bis 2030 auf 3.030 Euro, laut Fiskalrat auf 2.900 Euro.
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Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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