Mit der Sicherheit ist es so eine Sache. Wer ist sicher? Und vor wem? Aus Sicht eines Pensionisten ist klar: Solange Menschen Beiträge ins System einzahlen, wird auch ausgezahlt.
So ist das beim Umlageverfahren – eigentlich. Doch weil die Einzahlungen für die Auszahlungen trotz Rekordbeschäftigung nicht reichen, springen die Steuerzahler ein und schießen Jahr für Jahr Milliarden zu. Die Pensionen mögen sicher sein, aber nur ist dann das Budget nicht sicher.
Weil jahrzehntelang aus wahltaktischen Gründen darauf verzichtet wurde, das Pensionssystem demografiefit zu machen, ist für junge Menschen gewiss:
Sie müssen die kommende Pensionierungswelle und Privilegien der Babyboomer-Generation bezahlen – bei einem durchschnittlichen Antrittsalter, das trotz deutlich höherer Lebenserwartung niedriger ist als 1975. Das kritisiert zwar auch Finanzminister Hartwig Löger – aber nur halbherzig. In Ländern wie Schweden und Dänemark, die einen solidarischen Sozialstaat mit Nachhaltigkeit und privater Vorsorge verbinden, wäre eine Debatte um Fairness zwischen den Generationen die Folge. Vorschläge liegen auf der Hand: Von einer Koppelung des Pensionsantrittsalters an die Lebenserwartung bis zum smarten Ausbau von Vorsorgemodellen. Hierzulande aber enden Debatten schnell im ideologischen Schützengraben der Sozialpartnerschaft. Auch diese Regierung scheint sich leider davor in Sicherheit bringen zu wollen.
Lukas Sustalas zweiwöchige Kolumne im Kurier: Pro und Contra mit Agnes Streissler-Führer (15.02.2019).
Österreichs Pensionssystem ist Spitzenreiter. Überrascht? Zu Recht – das gilt auch nur, wenn man von hinten zählt.
Beiträge zur Gesamtinflation, in Prozentpunkten, bis September 2026
Wenn es um die Inflation geht, schauen alle auf die Spritpreise. Diesel und Heizöl haben die Inflation im September auf 3,6 Prozent getrieben.
„Frankreich hatte immer eine Tendenz zum Zentralismus und Etatismus. Und somit gibt es eine hohe Erwartungshaltung an den Staat und Präsidenten. Eigenverantwortung wird kleingeschrieben, und das Ergebnis sieht man heute." – Wolfgang Schüssel
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Seniorenbund-Chefin Ingrid Korosec wirft der Agenda Austria vor, mit „gekünstelten Vergleichsrechnungen“ Alarm zu schlagen. Welche Zahl falsch sein soll, sagt sie nicht. Gehen wir die Kritik durch.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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