Einmal noch, weil es so schön klingt: „Mietrechtliches Inflationslinderungsgesetz“. Der Name des Gesetzes ist natürlich eine Lüge. Es lindert die Inflation genauso wenig, wie das neue „Mieten-Wertsicherungsgesetz“ Werte sichert. Im Gegenteil: Die Mietpreisbremse für den freien Markt wird die Vermieter kalt enteignen, wenn die Inflationsraten erst wieder steigen. Der aktuelle Wiener Wohnungsmarktbericht ist ein Dokument des Grauens: Im Vorjahr 73 Prozent weniger Baubewilligungen als 2019, heuer 40 Prozent weniger Fertigstellungen als 2023. Fehlende Wohnungen in den nächsten drei Jahren: 40.000. Wer hätte nur damit rechnen können, dass strenge Markteingriffe zu Angebotsverknappung führen?
Die Absicht zur Wiedereinführung der Zweckbindung bei der Wohnbauförderung war wohl einer der ganz schwachen Lichtblicke in der Wohnbaupolitik. Wenn man glaubt, dass Wohnungsbau gefördert werden muss, dann soll die Förderung wenigstens auch dort landen. Dass die KIM-Verordnung ausgelaufen ist, die die Wohnbaukreditvergabe im Jahr 2022 einbrechen ließ, ist aber keine Leistung der Regierung. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist ja weisungsfrei. Außerdem hat sie in einem Rundschreiben die weitere Anwendung der Kernpunkte der Verordnung „empfohlen“. Die Banken werden sich daran halten müssen; sonst stehen die Kontrolleure der FMA wohl bald häufiger vor der Tür.
Bei den schlechten Maßnahmen brauchen wir uns nicht lange zu wiederholen: Die Mietpreisbremse für den freien Markt ist wohnbaupolitisches Harakiri. Sogar das gemeinnützige Segment hat man inzwischen erfolgreich aus dem Markt gedrängt. Die Genossenschaften sind von den Mietregulierungen der letzten Jahre schon stark betroffen; manche bauen inzwischen aus Verzweiflung ungefördert. Die SPÖ hat den Koalitionspartner ÖVP erfolgreich erpresst: Gebt uns die Mietpreisbremse, dann holen wir für euch die Kuh mit den Rückforderungen wegen unwirksamer Wertsicherungsklauseln vom Eis. In so einem toxischen Umfeld investiert niemand mehr. Ohne private Investoren wird es aber nicht gehen. Das öffentliche Segment wird den Bedarf nie und nimmer im Alleingang decken können (vgl. Abbildung 7). Zumal den luftigen Versprechungen – insbesondere jenen der Stadt Wien – oft nur unzureichende Taten folgen.
Was getan werden müsste: Alle Arten der Mietregulierung, die wir in Österreich haben, sollten in ein gemeinsames Vergleichsmietensystem überführt werden: Die Neumieten sind frei; im Bestand entwickeln sie sich dann mit der ortsüblichen Vergleichsmiete. Das wäre ein gesunder Kompromiss zwischen Marktwirtschaft und Mieterschutz. Außerdem soll der Staat aufhören, das Mieten selbst zu verteuern: Wer aus seinem Nettoeinkommen im Monat 1.000 Euro Bruttomiete zu zahlen hat, muss dafür erst einmal fast 1.800 Euro erarbeiten; dem Vermieter bleiben am Ende kaum mehr als 420 Euro übrig; 1.150 Euro gehen an den Staat. Dort die Axt anzulegen, wäre die beste Mietpreisbremse überhaupt.
Wenn Sie morgens aufwachen und auf den Lichtschalter drücken, geht dann das Licht an? Ja, es geht an. Es kommt auch Wasser aus dem Hahn, um einen Kaffee zu machen. Der Müll wird pünktlich abgeholt, die U-Bahn fährt wie immer und in aller Regel werden Sie auf dem Weg zur Arbeit auch nicht von marodierenden Banden ausgeraubt. Die Kinder gehen zur Schule. Am Abend wünscht Ihnen Armin Wolf eine gute Nacht.
Österreich steht noch. Mehr nicht.
Die türkis-rot-pinke Dreierkoalition wird ein Jahr alt. Doch was ist schon ein Jahr? Zeit ist bekanntlich relativ. Wäre die Regierung ein Baby, würden wir uns nun auf die ersten zaghaften Schritte freuen; wäre sie aber ein Goldhamster, würden wir schon mal ein kleines Loch im Garten vorbereiten.
Die öffentliche Hand besitzt gewaltige Teile der österreichischen Wirtschaft. Zeitgemäß ist das nicht. Privatisierung ist das Gebot der Stunde. Am Ende gewinnen alle.
Neue Regierung, alter Kurs: Wer mit der neuen Bundesregierung auf Reformen hoffte, hat sich getäuscht. Unsere Grafiksammlung 2025 veranschaulicht, wo die Probleme liegen.
Damit die österreichische Wirtschaft wieder wachsen kann, ist Veränderung nötig. Das Stichwort lautet: schöpferische Zerstörung.
(Über) 100 Jahre Interventionsspirale im österreichischen Wohnungsmarkt
Die Mietpreisbremse für den freien Markt wird kommen. Und mit ihr eine ganze Reihe an unbeabsichtigten Nebenwirkungen. In Österreich haben wir über 100 Jahre Erfahrung mit Mietpreiseingriffen. Nur gelernt haben wir nichts daraus.
Warum Österreichs Schüler so wenig über Wirtschaft wissen. Und warum das nicht gut ist.
Was ist ein Markt? Wie bilden sich Preise? Was ist der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn? Viele Österreicher wissen das nicht; die Welt der Ökonomie ist ihnen ein Rätsel und deshalb oft auch unheimlich. Ein Schulfach Wirtschaft würde diese Defizite schon bei den Jüngsten beheben – und eine Menge Irrtümer aus der Welt schaffen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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