70 Prozent der Wiener Schüler sprechen im Alltag kein Deutsch. Das spiegelt sich nicht nur in den Pisa-Tests wider, sondern auch in den Wahlergebnissen.
In Österreich wurden dieser Tage die Ergebnisse der neuesten Pisa-Tests veröffentlicht, sie sind nicht erfreulich: Österreichs Schüler lesen und rechnen schlechter als noch vor einigen Jahren. An Erklärungen fehlt es nicht: der übermäßige Handykonsum, die soziale Ungleichheit und ein internationaler Trend, dem wir uns kaum entziehen könnten. Den wichtigsten Grund schreibt interessanterweise niemand groß auf die Tafel: die unkontrollierte Zuwanderung bildungsferner Schichten. An Wiener Pflichtschulen sprechen 70,2 Prozent der Schüler außerhalb des Klassenzimmers kein Deutsch. Spitzenreiter ist Margareten mit 91 Prozent, selbst in Döbling sind es 49 Prozent.
Schüler mit Migrationshintergrund liegen in Österreich in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften um 58 PISA-Punkte hinter ihren Klassenkollegen ohne Migrationshintergrund zurück. Das sind 2,5 Lernjahre. Geradezu erschütternd: Zugewanderte Schüler rechnen besser als hier geborene Kinder mit Migrationshintergrund. Wer also in Österreich in einem migrantischen Haushalt zur Welt kommt und seine ganze Schullaufbahn hier absolviert hat, kann schlechter rechnen als jene Kinder, die zugewandert sind. Das ist eine bildungs- und integrationspolitische Bankrotterklärung, die aber niemanden zu jucken scheint.
Um das alles irgendwie zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Klassenzimmer. Der Wiener Lehrer Thomas Walach führt die interessierte Allgemeinheit immer wieder in den Maschinenraum einer Brennpunktschule und spricht in seinen Tweets und Interviews mit viel Empathie, aber ohne Umschweife über die aktuelle Lage. Über die vielen Schüler, die in die erste Mittelschulklasse auf dem Wissensstand einer ersten Volksschulklasse starten, wie er in einem Podcast der Agenda Austria schildert. Über Mütter, die ihre 12-jährigen Töchter aus der Schule nehmen wollen, weil sie „bereit“ für die (Zwangs-)Ehe seien. Über Eltern, die ihre Kinder lieber in die Koranschule schicken als in den Gratis-Deutschförderunterricht.
Wer all das in dieser Offenheit ausspricht, sollte sich lieber einen Doppelgänger zulegen. Man wird nämlich ziemlich schnell als notorischer Rassist kategorisiert, wenn nicht gleich als Nazi. Wohin das führt, lässt sich an vielen Wahlergebnissen ablesen, zuletzt in Sachsen-Anhalt. Viele Bürger äußern sich öffentlich kaum noch zu dem Thema, dafür in der Wahlkabine, ganz im Stillen. Sie wählen AfD und FPÖ, meist aus Protest. Noch mehr Menschen würden diese beiden Parteien wählen, wären sie nicht die AfD und die FPÖ – frühere Wähler der Sozialdemokraten, der Konservativen und der Liberalen.
Irgendwann sollte bei diesen Parteien der Groschen dann auch mal fallen: Nicht das Benennen offensichtlicher Probleme macht die Parteien an den rechten Rändern stark, sondern das Leugnen und Bagatellisieren. Die Menschen wollen die Folgen der Zuwanderung und die Untätigkeit der Politik nicht länger hinnehmen. Die Zustände an den Schulen, die steigende Kriminalität, die schleichende Islamisierung, das sich verändernde „Stadtbild“. Anderen mag das gefallen, aber sie sind in der Minderheit. Nicht in den Redaktionen, sondern an den Wahlsonntagen.
Vielleicht wäre es an der Zeit, die Strategie zu ändern und endlich die Probleme zu lösen. Wie wäre es mit gesicherten EU-Außengrenzen, um eine notwendige, aber kontrollierte Zuwanderung zu ermöglichen? Und wann entfalten die groß angekündigten Asylzentren außerhalb Europas endlich ihre Wirkung? Längst überfällig ist auch das Ende einer Sozialpolitik, die mit milliardenschweren Transferleistungen tausende Migranten am Arbeitsmarkt vorbeisteuert. Und was spricht gegen ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild für all jene, die Qualifikationen mitbringen und sich hier etwas aufbauen wollen?
Nicht ganz falsch wäre auch eine mehrjährige Kindergartenpflicht für Kinder mit Sprachdefiziten, sprachliche Integration soll ja nicht erst in der Mittelschule beginnen. Und wer staatliche Leistungen bezieht, aber die kostenlosen Deutschkurse boykottiert, sollte die Folgen am eigenen Konto spüren. Und darf man auch fragen, ob das Gastrecht für einige Regionen wieder aufgehoben werden kann, oder ist man dann gleich ein rechtsradikaler Remigrationsapologet?
Die wahren Rassisten sind möglicherweise nicht jene, die Probleme adressieren und lösen wollen. Sondern jene, die sie aus politischer Korrektheit ausblenden. Sie erledigen das Geschäft der politischen Ränder und bringen Kinder jedweder Herkunft um ihre Zukunft.
(erstmals erschienen am 12.09.2026 in “Die Presse”)
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