Die Pensionisten werden eine immer wichtigere politische Machtbasis. Ihre Zahl ist zwischen 2002 und 2018 um rund 360.000 gewachsen, mittlerweile kommen fast 30 Prozent aller Stimmen aus der Bevölkerung im Ruhestand.
Die Modefarbe dieser Gruppe ist neuerdings türkis. So hat die ÖVP bei den Pensionisten am stärksten gepunktet und die SPÖ als „Pensionisten-Partei“ abgelöst, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt.
Um die Stimmen der Pensionisten wurde vor der Wahl jedenfalls teuer geworben, alle großen Parteien haben Mehrausgaben beschlossen. So gingen die Pensionserhöhungen stark über das gesetzliche Ausmaß hinaus. Und die abschlagsfreie Pension ab 2020 nach 45 Beitragsjahren wird die Kosten noch einmal deutlich in die Höhe treiben. „Der Einfluss der älteren Bevölkerung wird bei Wahlen naturgemäß größer. Zum Leidwesen der jüngeren Generationen wird es in Zukunft wohl noch schwieriger sein, die Finanzierung der Pensionen nachhaltig zu sichern“, kritisiert Dénes Kucsera, Ökonom der Agenda Austria.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Vor allem linke Politiker erzählen gerne dasselbe Narrativ: Sobald die Babyboomer durchs Pensionssystem durch sind, gehe sich das schon wieder aus. Nur eine Delle, die vorbeizieht. Das stimmt aber leider nicht.
Die Pensionsreformen der frühen 2000er-Jahre wurden mit genau jenen Argumenten begründet, über die Österreich heute wieder diskutiert: steigende Lebenserwartung, ein zu niedriges faktisches Pensionsantrittsalter und die absehbare Pensionierungswelle der Babyboomer. Die Reformen wirkten: Rund anderthalb Jahrzehnte lang wuchsen die Beitragseinna
Pensionsausgaben je Person ab 65 Jahren, in tausend Euro Kaufkraftstandard
Österreich gibt mehr für jeden Pensionisten aus als jedes andere europäische Land.
Immer weniger Arbeitsstunden müssen die Pensionen von immer mehr Menschen finanzieren.
Pensionsneuzugänge 2025 nach erreichten Beitragsjahren, in Prozent
Kaum jemand kommt wirklich auf 45 Beitragsjahre.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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