Wenn es um die Inflation geht, schauen alle auf die Spritpreise. Diesel und Heizöl haben die Inflation im September auf 3,6 Prozent getrieben.
Wenn es um die Inflation geht, schauen alle auf die Spritpreise. Diesel und Heizöl haben die Inflation im September auf 3,6 Prozent getrieben. Mehr als die Hälfte der Teuerung kommt aber gar nicht von der Zapfsäule, sondern von den Dienstleistungen. Sie allein tragen rund zwei Prozentpunkte bei.
Und das nicht erst seit gestern. Als die Energiepreise ab 2023 fielen, blieben die Dienstleistungen wie ein Sockel stehen. Selbst in Monaten, in denen Energie die Inflation nach unten zog, haben Gastronomie, Friseure, Versicherungen und Mieten die Preise weiter kräftig nach oben getrieben. Grund ist die Lohn-Preis-Spirale. In Österreich richten sich die Löhne nach der Inflation der Vergangenheit. Die hohen Abschlüsse in den personalintensiven Dienstleistungen wurden so zu den hohen Preisen von morgen.
Wer die Inflation dauerhaft senken will, muss bei den Arbeitskosten ansetzen. Der Staat muss dafür vor allem dort mit gutem Beispiel vorangehen, wo er selbst am Verhandlungstisch sitzt: Beamte und Pensionen. Zumindest muss er aufhören, die Lohnführerschaft an sich zu reißen.
Quelle: IHS.
Die Grafik zeigt, wie viele Prozentpunkte Energie, Lebensmittel, Industriegüter und Dienstleistungen zur Gesamtinflation in Österreich beitragen. Die Werte sind monatlich und reichen von 2020 bis September 2026. Der Beitrag einer Gruppe ergibt sich aus ihrer Preisveränderung gegenüber dem Vorjahresmonat, gewichtet mit ihrem Anteil am Warenkorb. Zusammen ergeben die vier Beiträge die Gesamtinflationsrate. Ein negativer Beitrag bedeutet, dass die Gruppe die Inflation in diesem Monat gedämpft hat.
Die Grafik zeigt in einem gestapelten Flächendiagramm, wie viele Prozentpunkte Energie, Lebensmittel, Industriegüter und Dienstleistungen von 2020 bis September 2026 zur Inflation in Österreich beitragen. Die Oberkante der Flächen entspricht der Gesamtinflation. Diese erreicht Anfang 2023 mit gut elf Prozent ihren Höchstwert und liegt im September 2026 bei 3,6 Prozent. Energie trägt im Herbst 2022 knapp vier Prozentpunkte bei, ist danach zeitweise negativ und liegt zuletzt bei gut einem Prozentpunkt. Lebensmittel und Industriegüter steuern zuletzt nur wenige Zehntel bei. Der Beitrag der Dienstleistungen steigt bis Frühjahr 2023 auf rund vier Prozentpunkte und liegt im September 2026 bei rund zwei Prozentpunkten.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Index (2015 = 100), je geleisteter Arbeitsstunde, bis 2026.
Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Energiekrisenmaßnahmen, kumuliert bis inklusive 2025, in Milliarden Euro
Fast 17 Milliarden Euro hat der österreichische Staat seit 2022 ausgegeben, um die Folgen der Energiekrise abzufedern. Allein im Jahr 2022 waren es 8,3 Milliarden.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Immer weniger Arbeitsstunden müssen die Pensionen von immer mehr Menschen finanzieren.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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