Foto: © Gina Sanders / Fotolia.com
Während das Sozialministerium über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich klagt, zeigen offizielle EU-Statistiken ein anderes Bild: Einkommen sind gleicher verteilt als noch vor wenigen Jahren.
Zu Beginn die gute Nachricht: In Österreich sind deutlich weniger Menschen von Armut betroffen als im EU-Durchschnitt. Das geht aus dem aktuellen Sozialbericht hervor, der von Sozialminister Rudolf Hundstorfer am heutigen Mittwoch präsentiert wurde. Die Zahl der Armutsgefährdeten hat sich seit 2008 auch kaum verändert. Das zeigt, dass es dem Wohlfahrtsstaat Österreich gelingt, mit den umverteilten Steuergeldern einen Anstieg der Armut zu verhindern.
Beklagt wird vom Sozialministerium allerdings die wachsende Ungleichheit in diesem Land. Das ist insofern bemerkenswert, als die Sozialausgaben des Staates Österreich seit Beginn des Jahrtausends mehr als doppelt so schnell steigen wie die allgemeine Wirtschaftsleistung. Denn die Ausgaben des Bundes für Transferleistungen sind seit der Jahrtausendwende um 3,8 Prozent pro Jahr gestiegen, zuletzt auf 45,5 Prozent der Gesamtausgaben. Kommt das Geld am Ende nicht an?
Doch, das Geld kommt an. Sieht man sich das tatsächlich verfügbare Haushaltseinkommen nach erhaltenen Transferleistungen wie etwa die Kinderbeihilfe an, zeigt sich folgendes Bild: Die Ungleichheit ist seit 2010 keineswegs gestiegen, sondern sogar etwas zurückgegangen. Die Einkommen sind also gleichmäßiger verteilt als in früheren Jahren. Das bestätigen auch Untersuchungen der EU (European Union Statistics on Income and Living Conditions, kurz EU-SILC).

Auch bei einem anderen zentralen Punkt des Berichts lohnt es sich, einen zweiten Blick zu wagen. Und zwar an jener Stelle, an der beklagt wird, dass der Anstieg der Arbeitnehmerentgelte hinter den Kapitaleinkommen zurückbleibt, woraus Sozialminister Hundstorfer den politischen Auftrag ableitet, “bei den vermögensbezogenen Steuern etwas zu tun”. In absoluten Zahlen sind nicht nur die Kapitaleinkommen gestiegen, sondern auch die Arbeitseinkommen – Erwerbstätige erhalten spürbar mehr Lohn.

Dass Steuern und Abgaben zu viel von den gestiegenen Arbeitslöhnen wegfressen, steht leider nicht im Sozialbericht. Und bisher weigert sich die Regierung in der laufenden Debatte über eine Steuerreform ja beharrlich, auch einmal darüber nachzudenken, wie sie mit weniger Geld auskommen könnte. Vermögen stärker zu besteuern löst das Problem also nicht. Zumal der Anstieg der Kapitalvermögen ja nicht zuletzt den überhitzten Aktien- und Immobilienmärkten zu danken ist.
In Österreich ist die Verteilung von Einkommen in den vergangenen Jahren „gleicher“ geworden. Warum ausgerechnet das Sozialministerium diese Entwicklung nicht wahrhaben will, ist schwer zu erklären. Am ehesten wohl damit, dass es ein übergeordnetes Ziel verfolgt: auf Biegen und Brechen neue Steuern einzuführen. Schade, eigentlich.
„Dann heißt es immer, es werden nur noch Luxuswohnungen gebaut. Ja, warum denn? Weil ich alle anderen kaputt reguliert habe." – Jan Kluge
“Eine Erbschaftssteuer in Österreich trifft vor allem Unternehmen – und damit langfristig unseren ganzen Wirtschaftsstandort. Nicht diese paar Superreichen, wie es in der öffentlichen Meinung immer verkauft wird.” – Carmen Treml
Wer braucht schon Milliardäre? Nichts bringen sie unserem Land, diese Ausbeuter! Vermögens- und Erbschaftssteuer jetzt, und rot-weiß-rot wird zu rot-rot-rot und betritt die Utopie.
„Wir haben die höchsten Staatsausgaben der Geschichte – und landen im Wachstumskeller", sagt Franz Schellhorn im Podcast „Das Weekly - Make Austria Think Again."
Die Debatte über Armut in Österreich klingt oft dramatisch. Doch die Daten zeigen glücklicherweise ein anderes Bild: Während sich 12 bis 16 Prozent der Erwachsenen subjektiv als arm empfinden, liegt der Anteil jener, die tatsächlich auf grundlegende Dinge wie eine warme Wohnung oder unerwartete Ausgaben verzichten müssen, deutlich niedriger
Öffentlich wird immer wieder suggeriert, dass Handelsabkommen die Armut verstärkt haben. Den Beweis dafür bleibt man jedoch meist schuldig.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen