Foto: © Katharina Roßboth
Wie die vom Finanzministerium geplante Kommission tatsächlich zu Ergebnissen kommen könnte, weiß Bo Könberg, Vater der schwedischen Pensionsreform.
Österreich soll nun also eine Pensionsreformkommission erhalten, wie Finanzminister Schelling angekündigt hat. Eine Nachricht, die man unterschiedlich interpretieren kann. Wer an all die Gremien denkt, die über eine Verwaltungsreform für Österreich beraten haben und daran, dass das Ergebnis ziemlich bescheiden ist, wird resigniert ein ähnliches (Nicht)-Ergebnis erwarten. Eine andere Sichtweise lautet hingegen: Die Existenz einer solchen Kommission ist zumindest ein implizites Eingeständnis, dass sich in puncto Pensionssystem etwas tun muss. Das ist angesichts der üblichen Stellungnahmen zum Thema seitens des Sozialministeriums – “alles bestens, hier wird nur Verunsicherung betrieben” – ein Fortschritt.
Was es bei der Arbeit einer solchen Kommission zu beachten gilt, weiß vielleicht niemand besser als der schwedische Ex-Minister Bo Könberg, der heute, Montag, in der Agenda Austria über das Thema spricht. Er installierte – genau! – eine Reformkommission, in die er Vertreter aller Parlamentsparteien einlud. Allerdings keine Sozialpartner, wie Könberg anmerkt. Die entsandten Experten seien sich über die Notwendigkeit einer Reform grundsätzlich einig gewesen. So kam schnell ein Vorschlag für eine Reform zustande, der auch von den oppositionellen Sozialdemokraten mitgetragen wurde. Nicht zuletzt deswegen, weil sich eine Mehrheit in der Gewerkschaft für den Reformvorschlag aussprach.
Heute gilt das schwedische Pensionssystem als Paradebeispiel für Europa. In Schweden zahlt jeder Bürger auf ein fiktives Pensionskonto ein. Beim Pensionsantritt wird der Betrag auf dem Konto durch die Zahl der (statisch noch) zu erwartenden Lebensjahre dividiert. Die Höhe der Pension hängt also davon ab, wie lange sie voraussichtlich noch bezogen wird. Gleichzeitig garantiert der Staat eine Mindestpension.
Das schwedische System ist nachhaltig, weil es sich automatisch an demographische Entwicklungen anpasst – langwierige und oft ergebnislose politische Diskussionen sind nicht mehr nötig. Das Ergebnis ist für alle Generationen fair. Wir von der Agenda Austria meinen daher, dass sich Österreich hier viel von Schweden abschauen sollte. Damit der jährliche Budgetzuschuss zu den Pensionen, satte zehn Milliarden Euro, nicht weiter nach oben klettert und unser staatliches Pensionssystem dauerhaft finanzierbar bleibt.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
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Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
„Dass Wiener Wohnen international Werbung für das Konzept an sich macht, ist vollkommen absurd" – Jan Kluge über den Mythos vom Roten Wien, an dem sich die Berliner Linke orientiert
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
„Ich würde diese Eingriffe als Frankenstein-Medizin bezeichnen. Sie sind zum Teil experimentell, irreversibel und Minderjährige können die Folgen davon nicht abschätzen." – Faika El-Nagashi
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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