Zusammenfassung

  • Die historischen Daten weisen darauf hin, dass die Kapitaleinkommen gegenüber den Arbeitseinkommen wieder an Bedeutung gewinnen.
  • Nach den zwei Weltkriegen nimmt die Vermögenskonzentration nun, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wieder zu und beginnt, den Verhältnissen im 19. Jahrhundert ähnlich zu werden.
  • Über lange Zeiträume hinweg gilt, dass die Kapitalrendite höher ist als das gesamtwirtschaftliche Wachstum (r>g). Die einzige Ausnahme bildet das 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen und den großen wirtschaftlichen Umwälzungen, die zu einer Umverteilung bzw. Vernichtung von Vermögen geführt haben.
  • Dieses Gesetz – die Rendite des Kapitals ist höher als das Wirtschaftswachstum insgesamt – führt laut Piketty in der Zukunft dazu, dass die Vermögenskonzentration weiter zunimmt und das Niveau des 19. Jahrhunderts erreichen wird, sofern nicht rechtzeitig und ausreichend gegengesteuert wird.
  • Um diesen Trend zur Ungleichheit zu stoppen, sollten eine progressive globale Einkommensteuer auf hohe Einkommen, die bis zu 80 Prozent betragen kann, und eine Steuer von 50–60 Prozent auf mittelhohe Einkommen eingeführt werden. Um das Vermögen gerechter zu verteilen, plädiert Piketty für eine progressive Vermögenssteuer von 1,0–2,0 Prozent.
  • Werden diese politischen Interventionen unterlassen, so ist es wahrscheinlich, dass die historischen Ungleichheiten wiederkehren – bis es möglicherweise zu sozialen Unruhen kommt.

Der große Makel an dem Buch von Thomas Piketty ist, dass er sich auf die Umverteilung, nicht aber auf den Wohlstand konzentriert. So verfällt er in alte Muster der Umverteilung von Geldern anderer Leute. Dabei hat schon Margaret Thatcher erkannt: „… Socialist governments traditionally do make a financial mess. They always run out of other peoples’ money.“