Eigenheim doch in Reichweite

Eigenheim doch in Reichweite

Eine Gesellschaft mit mehr Eigentümern und weniger Mietern wäre eine mit einer gleicheren Vermögensverteilung. Eine Replik auf Martin Schürz‘ Vorstellungen. – Kommentar von Hanno Lorenz

Was ist die bessere Lösung: Ärmere reicher zu machen oder Reichere ärmer? Für Martin Schürz, Vermögensforscher bei der Nationalbank, ist die Sache klar: Besser die Reichen über eine Erbschaftssteuer ärmer zu machen, damit mehr Gleichheit herrscht. Schürz beklagt auch, kaum jemand in Österreich könne allein mit Arbeit zu einem Eigenheim kommen („Warum das Eigenheim für viele außer Reichweite ist“, erschienen am 30. Oktober 2017). Das ist leider allzu oft richtig. Praxisfremd bzw. irreführend ist hingegen die Berechnung, die Schürz anstellt, und das führt folgerichtig auch nicht zur besten Lösung. Gefragt wäre vielmehr eine Politik, die es leichter macht, zu eigenen vier Wänden zu kommen. Weiterlesen

Curtis Carlson: Innovation for Impact (Keynote)

Curtis R. Carlson, Innovations-Pionier aus dem Silicon Valley und ehemaliger Berater für Innovation und Entrepreneurship von Präsident Obama, war am 13. November Gast in der Agenda Austria. In seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion gab er einen Einblick, wie Unternehmen und ganze Volkswirtschaften in Zeiten digitaler Umwälzungen bestehen können. Weiterlesen

Vermögen: Österreich hat ein Verteilungsproblem

Vermögen: Österreich hat ein Verteilungsproblem

Wer eine gleichere Verteilung möchte, muss über geringere Steuern und Sozialabgaben den Aufbau von Vermögen erleichtern. Grund für die Ungleichheit ist paradoxerweise der Sozialstaat.

Die Welt ist, so zeigt es der heute veröffentlichte Global Wealth Report 2017 der Credit Suisse, im vergangenen Jahr wohlhabender geworden. Wer ein Nettovermögen von 3.582 US Dollar besitzt, gehört den Schätzungen der Bank zufolge bereits zur reicheren Hälfte der Weltbevölkerung: Weiterlesen

Grafik der Woche: Wer wie viel vom Metaller-Lohn erhält

Grafik der Woche: Wer wie viel vom Metaller-Lohn erhält

Ein Arbeiter mit Durchschnittslohn erhält 2,4 Prozent mehr netto am Lohnzettel. Der hauptsächliche Gewinner ist aber der Staat.

Am vergangenen Donnerstag einigten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer der metalltechnischen Industrie nach harten Verhandlungen auf die neuen Löhne. Die Ist- und die Mindestlöhne werden um drei Prozent erhöht. Was bedeutet das aber z.B. für die Nettolöhne in der Metallbranche? Weiterlesen

Kollektivvertragslöhne: Es geht auch anders

Kollektivvertragslöhne: Es geht auch anders

Das heimische System der Lohnfindung ist kein Grund dafür, an der Pflichtmitgliedschaft festzuhalten, wie die Kammern behaupten. Schließlich gibt es im Rest der Welt viele andere Modelle. Es gilt, Alternativen zu erarbeiten.

Die Pflichtmitgliedschaft ist alternativlos, weil sonst keine gerechte Lohnfindung möglich ist. So lautet dieser Tage die Argumentation von Wirtschafts- und Arbeiterkammer, obwohl letztere ja ohnehin den ÖGB die Kollektivverträge verhandeln lässt. Dieses Argument ist sehr leicht zu widerlegen – schließlich kommt der Rest der Welt (mit Ausnahme von Luxemburg) zumindest für die Arbeitnehmer auch ohne Pflichtmitgliedschaft aus. Und trotzdem werden auch die Interessen der Schweizer, deutschen und italienischen Arbeitnehmer angemessen vertreten, um nur in einige der Nachbarländer zu blicken. Weiterlesen

Der Jammer mit der strengen Kammer

Der Jammer mit der strengen Kammer

Der künftige WKÖ-Präsident Harald Mahrer hält große Stücke auf die Zwangsmitgliedschaft bei den Kammern. Sind das die Vorboten der neuen ÖVP? – Kommentar von Franz Schellhorn

Im Leben ist ja nichts wirklich perfekt. Der sauber glitzernde Gebirgsbach ist bei genauerem Hinsehen nicht so sauber, wie er scheint, und selbst die schönste aller Pflanzen hat ihre weniger hübsche Seite. Nicht anders ist es mit der Sozialpartnerschaft. Dabei überschlagen sich selbst unverdächtige Organisationen wie die OECD, der Dachverband der Industrieländer, mit lobenden Worten für die Art des österreichischen Interessenausgleichs: Hierzulande wird kaum gestreikt, die Lohnfindung laufe konfliktfrei ab, die Einkommen sind egalitär verteilt und die duale Ausbildung ist einer der Gründe dafür, warum weniger Jugendliche arbeitslos sind als andernorts. Gekauft. Weiterlesen

Grafik der Woche: Wie schnell sich Neues durchsetzt

Grafik der Woche: Wie schnell sich Neues durchsetzt

Beim Telefon dauerte es noch 50 Jahre, bis es 50 Millionen Kunden gewinnen konnte. Der Kurznachrichtendienst Twitter schaffte das innerhalb von 2 Jahren.

Viele Güter und Dienstleistungen sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Bis sie sich durchsetzten, verging freilich einige Zeit. Aber wie viel? Ein Blick auf die Zeiträume, die etwa das Telefon oder der Bankomat brauchten, bis sie zu Massenphänomenen wurden, ist erhellend: Weiterlesen

Wie Vollzeitarbeit attraktiver werden könnte

Wie Vollzeitarbeit attraktiver werden könnte

Ein durchschnittlicher Erwerbstätiger arbeitet im Schnitt um elf Prozent weniger als im Jahr 2000. Teilzeitarbeit ist steuerlich begünstigt – um Anreiz zum längeren Arbeiten zu schaffen, sollten die Sozialbeiträge sinken. Damit der Sozialstaat eine breite Basis hat.

Die Arbeitslosenrate ist, so berichtet das Sozialministerium heute, im Vergleich zum Oktober des Vorjahres erfreulicherweise gesunken. Und noch eine gute Nachricht: Auch die Beschäftigung ist höher als vor einem Jahr, mehr als 3,67 Millionen Menschen stehen als Unselbständige in einem Arbeitsverhältnis. Weiterlesen

Eine Menge Arbeit für die Neuen

Eine Menge Arbeit für die Neuen

Warum und wie sich Österreich in den nächsten zehn Jahren weiterentwickeln soll. Vorschlag für einen Plan. – Kommentar von Franz Schellhorn

Egal, wie die Koalitionsverhandlungen ausgehen: Auf die neue Regierung wartet viel Arbeit. Nicht zuletzt deswegen, weil sich Österreich in den vergangenen zehn Jahren kaum weiterentwickelt und an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat, wie ein Ranking der renommierten Schweizer Hochschule IMD zeigt. Dabei ist der internationale Handel für Österreich von überragender Bedeutung – mehr als jeder zweite Euro wird jenseits der Grenzen verdient. Weiterlesen

Grafik der Woche: Steigende Einnahmen der Kammern

Grafik der Woche: Steigende Einnahmen der Kammern

Die Einnahmen von Arbeiter- und Wirtschaftskammer sind seit 2004 stärker gestiegen als die Inflation – im Fall der Arbeiterkammer auch stärker als das Wirtschaftswachstum.


//Update 02.11.2017: Grafik und Zahlen aktualisiert (WK-Einnahmen nun inklusive Beiträge der Fachorganisationen).


Rund um die Bildung bzw. das Arbeitsprogramm der kommenden Regierung ist die mögliche Reform der Kammern ein Thema. Diese Woche zeigt unsere Grafik, wie sich die Einnahmen der beiden größten Interessenvertretungen entwickelt haben: Weiterlesen